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Es iſt wahr, ich habe Dich aus dem Schmutz erhoben und aus dem Kaminfeger einen vornehmen Mann gemacht, aber es iſt ſelten, daß die Menſchen dankbar ſind und ſich empfangener Wohlthaten erinnern. Weil Du's thuſt, haſt Du ein edles Herz und das weiß ich zu ſchätzen. Das neue Haus, welches ich in der Jägerſtraße bauen laſſe, ſoll Dir gehören, und ich will Dir nicht blos die kahlen Wände ſchenken, ſondern es ſoll Dir auf meine Koſten mit ſchönen Meubles und allem ſonſtigen nöthigen Hausrath ausgeſtattet werden*).
O, Ew. Majeſtät ſind der gnädigſte, der gütigſte Monarch, rief Eckert, zu dem Könige hineilend und deſſen Hand an ſeine Lippen drückend. Ja, Ew. Majeſtät haben wohl Recht zu ſagen, daß Sie mich aus dem Schmutz emporgezogen haben, aber mein Herz min⸗ deſtens war immer rein und fleckenlos, und ſo will ich es mir erhal⸗ ten und ſo ſoll es bleiben. Aus der Hefe des Volkes haben Sie mich errettet; wie die edlen Römer ihren Sclaven die Freiheit ſchenkten, wenn ſie durch ſchöne Thaten ſich dieſer Gnade würdig gemacht, ſo hat auch mein König mich erlöſt von der Sclaverei der Armuth und Niedrigkeit und mir die Freiheit geſchenkt, aber auch ich werde ſuchen durch ſchöne und große Thaten mich dieſer Gnade würdig zu machen!
Und dazu bietet Ihnen Berlin die beſte Gelegenheit, ſagte Pöllnitz, denn es ſind noch ſehr viel rauchende Kamine und ſehr viel ſchlechte Bierbrauereien dort. Der Herr Geheime Finanzrath von Eckert kann alſo noch viel gloriöſe Thaten ausüben; ehe er zu ſeinen Ahnen verſammelt wird.
Alle lachten und ſelbſt der König konnte ſich eines leiſen Lächelns nicht erwehren. Nur des Herrn von Eckerts Geſicht war bleich und finſter geworden, und indem er dem Kammerherrn von Pöllnitz einen zornigen Blick zuſchleuderte, ſagte er mit einem erzwungenen Lachen: In der That, Sie ſind heute von einem blendenden Witz und Ihre Scherze entzücken mich ſo ſehr, daß, wenn Ihnen Ihr Weinhändler einmal wieder den verlangten Wein verſagen ſollte, weil Sie Ihre
*) Pöllnitz Vol. II. pag. 342.


