Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Zimmer wie in einen Schleier einhüllten, aus deſſen Mitte das Talg⸗ licht mit einem trüben gelben Schein, nicht wie Feuer, ſondern nur wie mattgeſchliffenes Gold hervorblickte.

Zünde noch einige Lichter an, befahl der König dem Kammer⸗ diener. Unſer Tabackscollegium ſoll heute auch einen glänzenden und ſchönen Anblick darbieten, damit es nicht zu ſehr contraſtire gegen das Ballfeſt da drüben. Sage mir, Pöllnitz, wie ſieht's da drüben aus? Iſt es eine ſchöne Geſellſchaft? Iſt man vergnügt? Iſt die Königin heiter und ſpringen die Prinzeſſinnen tüchtig herum?

Majeſtät, ich ſah niemals ein glänzenderes Feſt als das heutige, ſagte Pöllnitz, und niemals waren Ihro Majeſtät ſchöner, ſtrahlender und auch heiterer anzuſehen, wie heute! Sie glänzte und funkelte wie eine Sonne unter all' den Damen hervor, ſo ſchön geputzt und behangen dieſe auch immer waren.

So! Sie hat ſich alſo ſehr geputzt? fragte der König, und eine Wolke zog über ſein Antlitz hin.

Sire, ich habe nicht gewußt, daß die Königin einen ſolchen wahrhaft fürſtlichen Schatz von Brillanten beſäße!

Ah, ſie hat alſo ihre Brillanten angelegt? Man macht ſich alſo meine Abweſenheit ſehr zu Nutze, wie es ſcheint? Man iſt ſehr vergnügt und guter Dinge, während ich mich auf meinem Schmer⸗ zenslager winde? rief der König, welcher in ſeinem ſchnell gereizten Unmuth gar nicht daran dachte, daß er ſelber das Feſt befohlen und von ſeiner Gemahlin verlangt hatte, daß ſie ganz heiter und ſorglos erſcheine.

Sire, glücklicher Weiſe ſind Ew. Majeſtät nicht krank und nicht auf einem Schmerzenslager, ſagte der Herzog von Holſtein, die Kö⸗ nigin hatte alſo wohl Urſache, heiter zu ſein..

Der König antwortete nicht. Er that einen langen Zug aus ſeinem Bierkrug und ließ dann mit einer zornigen Bewegung den Deckel auf den Rand des Kruges zuſchlagen.

Es ſollte mich nicht wundern, wenn auch der Fritz heimlich zu dieſem Balle herüber gekommen wäre, murmelte der König, ſie wagen Alles, wenn ſie nicht fürchten, daß ich ſie überraſchen kann.