Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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ausſtrahle wie die Sonne, daß, während vor ihr ſich Alles beugte, es Niemand gebe, vor dem ſie ihr Haupt zu beugen habe. Nie⸗ mand! Denn der König, ihr Gemahl, war nicht neben ihr! Der König feſſelte ſie heute nicht mit ſeiner Gegenwart und ſeinem rauhen Weſen. Sie war heute kein zitterndes, beengtes Weib, ſondern eine ſtolze Königin, wie Friedrich Wilhelm heute kein König war, ſondern ein armer, gichtgeplagter, fluchender, betender, zähneknirſchender, wim⸗ mernder Menſch! Nichts weiter!

II. friedrich Wilhelm I.

Hier auf dieſem Flügel des Schloſſes Lichterglanz, Leben und Luſt, dort drüben auf jenem, wo die Gemächer des Königs liegen,

tes Einſamkeit und mürriſche Stille; hier hört man die luſtigen Klänge der Muſik, dort drüben nur das eintönige Klopfen des Ham⸗ mers, das wie das Klopfen des Todtenwurmes die Stille allein unterbricht. Dieſes Klopfen und Hämmern kam unmittelbar aus dem Zimmer des Königs, und Friedrich Wilhelm ſelber war es, welcher den Hammer in ſeiner Hand hielt und das dumpfe, ſchallende Geräuſch verurſachte, welches zu entſtehen pflegt, wenn man in eine hohle Kiſte Nägel einſchlägt oder ihr Fugenwerk in einander häm⸗ mert und ſchlägt. Der König, welcher, wenn er geſund war, es liebte, den Krück⸗ ſtock zu ſchwingen und ihn ſchallend niederfallen zu laſſen auf irgend einen Rücken, ſei es der eines Lakaien, eines Staatsminiſters oder einer Frau, der König mußte, wenn er krank war, ſich ſchon damit begnügen, an dem empfindungsloſen Holz ſeinen Zorn auszutoben und ſtatt des Krückſtockes den Hammer zu ſchwingen und die Kneif⸗