Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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zerſchmettern und er würde noch heute für Dich, Amalie, einen König, und für Dich, Ulrike, einen appanagirten kleinen Markgrafen ſuchen. Aber horcht, meine Damen, ich höre die Stimme unſers Oberhof⸗ meiſters. Er wird kommen, uns anzuzeigen, daß die Gäſte verſam⸗ melt ſind. Nehmt alſo Beide eine heitere Miene an; der König will, daß wir lachen und fröhlich ſind. Seid alſo fröhlich, aber er⸗ innert Euch, daß Seine Majeſtät überall ſeine Spione hat und wenn Ihr mit Pöllnitz ſprecht, vergeßt niemals, daß er jedes Eurer Worte dem König hinterbringt! Seid alſo freundlich gegen ihn und vor allen Dingen, wenn er das Geſpräch auf den Kronprinzen leitet, ſprecht von ihm mit der unbefangenſten Gleichgültigkeit, zeigt ſo wenig als möglich Intereſſe und Liebe für ihn, ſpottet vielmehr über ſein romantiſches Leben in Rheinsberg; das iſt das beſte Mittel, Euch und ihn beim Könige beliebt zu machen. Und nun, meine Töchter, kommt, laßt uns zur Geſellſchaft gehen!

Eben öffnete der Ober⸗Ceremonienmeiſter von Pöllnitz die Thüren, um Ihrer Majeſtät zu verkündigen, daß die Geſſellſchaft verſammelt ſei, und aus dem Nebengemache traten die dienſtthuenden Hoffräuleins der Königin und der Prinzeſſinnen.

Sophie Dorothea winkte ihren beiden Töchtern, ſich an ihre Seite zu ſtellen und unter Vortritt des Ceremonienmeiſters und des Hofmarſchalls durchſchritt ſie inmitten der beiden Prinzeſſinnen die Säle, um hier und dort ein Lächeln oder ein gnädiges Wort hin⸗ zuſpenden und ihre Blicke wie den Goldregen des Gottes über dieſer beglückten, ſich neigenden, eianderäna murmelnden Danaés⸗Hofge⸗ ſellſchaft auszuſtrömen.

Ach, es war eine ſtolze Seligkeit, welche das Herz der Königin ſchwellte, als ſie unter dem Geſchmetter der Muſik, welche auf der Tribüne aufgeſtellt war, in den Thronſaal trat, als ſie all' dieſe beſternten Cavaliere, dieſe ſchimmernden, ſtolzen Frauen ſich demuths⸗ voll vor ihr neigen ſah, als ſie fühlte, daß ihr Wille mächtiger ſei, als der Wille aller Dieſer zuſammengenommen, daß ein Lächeln ihres Mundes mehr werth ſei und freudiger empfangen ward, als das Lächeln der geliebteſten Braut, daß ihr Blick Glanz und Freude