Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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ten tragen! Es iſt ein wahrhaft königlicher Schmuck, und niemals war unſere allergnädigſte Mama mehr Königin, als eben heute!

Da hören Sie dieſe ſtolze, ſiegesgewiſſe Prinzeſſin, welche da⸗ von ſpricht, Königin zu werden, wie von einer Sache, die ſich ganz von ſelbſt verſteht und an der gar nicht zu zweifeln iſt! rief Amalie lachend. Weißt Du denn, ob der König, unſer Vater, Dich dazu beſtimmt hat? Ach, vielleicht hat er Dir auch ſchon irgend einen kleinen Markgrafen oder einen unbekannten, appanagirten Prinzen ausgeſucht, wie unſerer armen Schweſter von Baireuth!

Ich würde einem Solchen meine Hand nicht geben! rief Prinzeß Ulrike heftig.

Du würdeſt es thun müſſen, wenn Dein Vater es befiehlt, ſagte

. die Königin ernſt. Nein, ich würde lieber ſterben, als mich zu ſolcher Ehe zwingen

laſſen! Sterben! ſagte die Königin ſeufzend. Man ſehnt ſich oft nach dem Tode und er kommt nicht. Unſere Seufzer haben nicht die

Kraft ihn herbeizuwehen und unſere Hände ſind zu ſchwach, um ihn an unſer Herz zu drücken. Du würdeſt Dich Deinem Vater fügen, wie wir Alle uns ihm gefügt haben, wie es ſelbſt Dein Bruder, der Kronprinz, hat thun müſſen. Armer Bruder! ſeufzte Amalie. Gefeſſelt zu ſein an eine Frau, welche er nicht liebt. Welch ein Unglück das ſein muß! Prinzeß Ulrike zuckte die Achſeln. Iſt das nicht die Beſtimmung aller Prinzen und Prinzeſſinnen? fragte ſie. Sind wir nicht alle dazu da, wie eine Waare verhandelt und an den Meiſtbietenden losgeſchlagen zu werden? Nun, ich meinestheils will mich ſo theuer wie möglich verkaufen laſſen, und da ich keine beglückte Schäferin ſein kann, will ich wenigſtens eine machtvolle Königin werden. Und ich, rief Amalie ſchwärmeriſch, würde lieber den ärmſten und niedrigſten Mann heirathen, wenn ich ihn liebe, als den reichſten Königsſohn, der mir gleichgültig iſt. Töhörinnen ſeid Ihr alle Beide, ſagte die Königin lächelnd. Wohl Euch, daß der König Euch nicht hört, ſein Zorn würde Euch