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Nacken beugte, von ihr gewälzt ſei! Ja, ſie durfte heute einmal ſtolz und frei ihr Haupt erheben, wie eine Königin, ſie konnte ſich ſchmücken, wie es einer Königin geziemt! Weg für heute alſo mit den dunklen Gewändern und der ſchmuckloſen Coiffüre! Den König feſſelt die Gicht an ſeinen Lehnſtuhl, die Königin darf es daher ſchon einmal wagen, eine glänzende, wahrhaft königliche Toilette zu machen.
Mit einem Lächeln ſtolzer Befriedigung legte ſie as ſilberdurch⸗ wirkte Seidengewand an, das ſie heimlich für dieſen Abend ſich aus ihrer Vaterſtadt Hannover hatte kommen laſſen, und ihre Augen blitzten vor Freude, als ſie endlich die ſilberbeſchlagene große Caſſette öffnen und ihre Brillanten, welche ſeit manchem Jahrzehend das Tageslicht nicht geſehen, aus ihrer Gefangenſchaft für einige Stunden befreien konnte.
Mit freudigem Lächeln verweilten ihre Blicke auf den funkelnden Steinen, welche wie vom Himmel herniedergefallene Sterne flammten und leuchteten und ihr Herz höher klopfen machten vor Entzücken. Denn eine Königin bleibt immer doch ein Weib, und Sophie Doro⸗ thea hatte ſo oft und ſo viel von den Leiden und den Schmerzen eines Weibes erfahren und erlitten, daß ſie ſich ſehnte, auch einmal wieder das ſtolze Glück einer Königin zu empfinden.
Sie legte daher heute ihren ganzen Brillantſchmuck an, ſie be⸗ feſtigte ſelbſt das ſtrahlende Diadem auf ihrer Stirn, ſie legte um Hals und Arme die prächtigſten Spangen und ſchmückte ihre Ohren mit den langen Gehängen, welche mit ihrer coloſſalen Schönheit ihre Ohren erglühen und ſchmerzen machten.
Dann trat ſie, mit lächelnder Befriedigung die ſtaunenden Aus⸗ rufungen ihrer Kammerfrauen anhörend, zu dem großen, venetianiſchen Spiegel und muſterte ihre Toilette. Za, Sophie Dorothea konnte heute zufrieden ſein. Das war in der That eine königliche Toilette! Millionen Thaler, welche ihre Tage in zinsloſer Ruhe verpraßten, und die müßig und verachtungsvoll den ſchweißgebadeten Menſchen zuſchauen durften, welche ſich abmühten um ihre arme, kummervolle, bedrückte Exiſtenz..„
Sophie Dorothea dachte nicht daran, ſie ſchauete nur ſinnend 8 1 1* 1


