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ſein Sohn Friedrich König würde. Damit nicht dieſer ſchwache, tän⸗
delnde Jüngling, welcher in Rheinsberg ſchwärmte mit den Poeten und Muſikern, und Blumen ſäete und Melonen zog, damit nicht Er die Stelle einnehmen ſollte, welche Friedrich Wilhelm der Erſte ſo lange Zeit mit ſo viel Glück und Erfolg ausgefüllt hatte! Was ſollte Preußen mit dieſem empfindſamen Knaben Friedrich, mit dieſem
Modehelden, der wie ein franzöſiſcher Stutzer ſich kleidete, mit dieſem
Weichling, dem das ſybaritiſche Leben in ſeinem romantiſch gelegenen
Schloſſe lieber war als das Feldlager und die Wachtparade, der die
Töne ſeiner Flöte ſchöner fand als die Trompeten und den Trommel⸗
wirbel, der behauptete, daß es nicht blos Könige von Gottes Gnaden,
ſondern auch Könige von Gottes Geiſt gäbe, und daß Voltaire ſo gut ein König ſei und ein größerer vielleicht, als alle Könige, welche der Pabſt geſalbt!— Was ſollte Preußen mit einem ſolchen König?
Nein, Friedrich Wilhelm wollte nicht ſterben, damit nicht Frie⸗ drich König würde in Preußen, damit er nicht zerſtöre, was ſein Vater aufgebaut, damit Preußen nicht zerfalle unter den ſchwachen Händen des ſchwärmeriſchen Poeten!
Niemand ſollte daher ahnen, daß Friedrich Wilhelm krank ſei, Niemand ſollte glauben, daß ihn noch andere Schmerzen plagten als das Podagra und die Gicht. Das waren ſo unſchuldige, ungefähr⸗ liche Schmerzen. Man kann achtzig Jahre alt werden beim Podagra und die Gicht iſt wie eine treue Frau, welche mit uns lebt und alt wird, und mit der man ſeine goldene Hochzeit feiern kann.
Der König geſtand daher ein, daß die Gicht ihn einmal wieder in ihre zärtlichen Umarmungen geſchmiegt, aber das Volk und der Kronprinz ſollten nicht hoffen, daß dieſes Leiden die Tage des Königs
bedrohe. Deshalb eben mußte Sophie Dorothea ein Feſt geben, deshalb ſollte der Hof und der Adel ſehen, daß die Königin und
ihre Töchter heiter ſein und lächeln könnten, und daß alſo keine
Gefahr für den König zu fürchten ſei. In der That, die Königin fühlte ſich heute wirklich hefter, denn
ſie fühltegſich h frei! Es war ihr, als ob die Kette, welche ſie fiſeir,
einen Moment von ihr abgeſunken, als ob die Laſt, welche ihre


