Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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zu ſtrafen. Hat das Mädchen, die reich genug iſt, eines Pöllnitzens Schulden zu bezahlen, keine Verwandte?

Sie hat beide Aeltern, Sire, und Beide heißen mich mit Freuden als ihren Sohn willkommen. Meine Braut wohnt in Nürnberg und iſt die Tochter einer angeſehenen Patrizierfamilie.

Und ſie kauft Sie, weil ſie den Baron von Pöll⸗ nitz für allerliebſten Nürnberger Tand hält, ſagte der König lachend. Nun, ich habe nichts dawider. Und was Seinen Abſchied anbetrifft, ſo will ich Ihm den ſelben aus vollem Herzen bewilligen. Setze Er Sich, ich will Ihm ſeinen Abſchied ertheilen, und Er ſelber ſoll die Abſchiedsordre, die ich ihm dictiren werde, ſchreiben.

Er winkte nach dem Schreibtiſch hin. Pöllnitz begab ſich dorthin, und dem königlichen Befehl fol⸗ gend, nahm er Platz, und griff nach Feder und Papier.

Der König, die Hände auf dem Rücken gefaltet, ging langſam im Zimmer auf und ab. Sein edles ſchönes Angeſicht war ernſt und gedankenſchwer, und ſeine großen blauen Augen ſchoſſen ironiſche Blicke auf Pöllnitz hin.

Schreibe Er alſo, ſagte er, ich will Ihm ſeinen Abſchied und ſein Ehrenzeugniß geben. 1

Und der König dictirte dem zitternden, in heim⸗ licher Wuth erbebenden Baron von Pöllnitz ſolgenden Abſchied:

Wir Friedrich ꝛc. thun kund und zu wiſſen, daß der

Baron von Pöllnitz, aus Berlin gebürtig, und ſo viel Uns bekannt, von ehrlichen Eltern abſtammend, Kam⸗ merjunker bei Unſerem Hochſeligen Großvater, preis⸗ würdigen Andenkens, wie auch in Dienſten der Her⸗ zogin von Orleans in der nämlichen Eigenſchaft, Oberſter