Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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ein armer Sünder wäre, erwiderte Pöllnitz achſel⸗ zuckend.

Ah, alſo wieder Schulden, wieder Gläubigernoth, rief der König. Wahrlich, ich bin dieſer ewigen Litanet müde, und ich verbiete Ihm, mir ſeine jammervolle Noth wiederum zu klagen. Was man ſelbſt verſchuldet hat, das muß man tragen, und wer eine Gefahr herauf⸗ beſchwor, muß ſie auch zu bekämpfen wiſſen.

Ew. Majeſtät will alſo nicht die Gnade haben, mir beizuſtehen? Ew. Majeſtät will mir nicht hülf⸗ reiche Hand leiſten, um aus dieſem Abgrund hervor⸗ zuſteigen, in welchen meine Gläubiger mich geſtürzt haben?

Da ſei Gott vor, daß ich das Geld, welches ich jetzt zu Soldaten und Kanonen gebrauche, für einen Pöllnitz hingeben ſollte, rief der König ernſt.

Dann, Majeſtät, ſagte der Baron leiſe und zag⸗ haft, dann bin ich gezwungen, Ew. Majeſtät um die Gnade anzuflehen, mir meinen Abſchied zu geben.

Seinen Abſchied! Hat er vielleicht im Monde einen närriſchen Fürſten entdeckt, welcher Seine elenden Späße und boshaften Verleumdungen und Klatſche⸗ reien noch höher bezahlen will, als der König von Preußen?

Nicht im Monde, Sire, giebt es ſolch ein när⸗ riſches Individium, ſondern im Deutſchen Reich, aber es iſt kein Fürſt, ſondern ein ſchönes junges Mäd⸗ chen, welches ſich glücklich ſchätzt, die Baronin von

Pöllnitz werden zu können, und meine Schulden zu

bezahlen. Und man ſperrt dieſes Mädchen nicht in ein Toll⸗

haus ein? rief der König. Nun, vielleicht hält man das Haus des Barons von Pöllnitz für eine Straf⸗

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anſtalt, und bringt ſie hinein, um ſie für ihre Sünden