Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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dieſe Stimme immer weicher und zarter, ſänftigte ſich zu immer milderen Tönen.

Nach einer halben Stunde öffnete der König die Thür, und trat wieder in das Kabinet ein.

Der Prinz ſtand in der Mitte des Zimmers, Laura ihm gegenüber, Beide ſahen ſie ſich feſt und thränen⸗ los einander in das bleiche, ſtille Angeſicht; ihre Hände ruhten ineinander.

Leben Sie wohl, mein Prinz, ſagte Laura fefſt. Ich reiſe mit meinem Gemahl ſogleich ab. Leben Sie wohl. Wir werden uns niemals wiederſehen.

Wir werden uns wiederſehen, ſagte der Prinz mit einem matten Lächeln. Wir werden uns wiedex⸗ ſehen, aber das wird in einer anderen, in einer beſ⸗ ſeren Welt ſein. Ich werde zuerſt dort ſein, Sie zu erwarten, Laura!*)

Sie drückten ſich noch einmal die Hände. Dann

*) Der Prinz Auguſt Wilhelm ſtarb im Jahre 1756 nach traurigen und ſchmerzvollen Jahren der Einſamkeit und des Kummers, zerfallen mit ſeiner Familie und dem Könige. Nie⸗ mand von ſeiner Familie war während ſeiner letzten Krank⸗ heit in Oranienburg bei ihm, auch ſeine Gemahlin nicht, welche in Berlin mit ihren Kindern wohnte, und lange ſchon in ſtill⸗ ſchweigender Scheidung von ihrem Gemahl lebte. Der Sohn des Prinzen Auguſt Wilhelm, der nachherige König Fried⸗ rich Wilhelm der Zweite, die unglückliche Liebe ſeines Vaters zu dem Fräulein von Pannewitz kennend und ehrend, rief die Gräfin von Voß an ſeinen Hof zurück und ernannte ſie zur Oberhofmeiſterin ſeiner Gemahlin. Die Gräfin Voß, welche bis dahin niemals wieder bei Hofe erſchienen war, folgte in⸗ deſſen dem Rufe des Sohnes dieſes einſt ſo heißgeliebten Prin⸗ zen Auguſt Wilhelm. Sie kehrte nach Berlin zurück, und ihre Anmuth, Grazie, Hoheit und Würde erregte die Bewunderung des ganzen Hofes. Lord Elgin, der engliſche Geſandte adreſ⸗ ſirte einen Brief an ſie folgendermaßen: An die Gräfin Voß. Phoxne Oberhofmeiſterin. Thiébault, Vol. II, pag. 63

ort findet man auch nahere Notizen uüber das Liebesverhält⸗ niß des Prinzen und des Fräulein von Pannewitz.