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gehört dem Volke, der Weltgeſchichte an, und ihnen Beiden muß er ſich ſelber unterordnen.
Es iſt nicht wahr, es iſt nicht möglich, ſtammelte der Prinz. Laura kann niemals eines Andern ſein. Laura iſt mein, mir verlobt mit den heiligſten Schwü⸗ ren, und ſie ſoll mein werden Euch und der ganzen Welt zum Trotz. Ich begehre keine Krone und keinen Fürſtentitel, ich will nur ſie, nur meine Laura! Es iſt nicht wahr, ſage ich, daß ſie ſich dem Grafen Voß vermählt hat.
Es iſt wahr! flüſterte eine leiſe, von Thränen er⸗ ſtickte Stimme hinter ihm. Der Prinz wandte ſich haſtig um; ſein wilder Blick begegnete den ſanften, traurigen Augen Laura's, die mit einem Ausdruck un⸗ beſchreiblicher Liebe auf ihm ruhten.
Die Königin Eliſabeth hatte, der Verabredung mit dem König gemäß, die junge Gräfin Voß hierher ge⸗ führt, und hatte ſich dann leiſe in das anſtoßende Gemach zurückgezogen. 6
Ich will Ihrer untergehenden Liebe ein letztes Abendroth gönnen, mein Bruder, ſagte der König ſanft. Nehmen ſie Abſchied von Ihrer verſcheidenden Sonne, aber vergeſſen Sie nicht, daß wenn die Sonne auch untergegangen, immer noch die Sterne da ſind, welche auch leuchten und glänzen, wenn ſie auch keine Blüthen und keine Wärme erzeugen können.
Er nickte ſeinem Bruder freundlich zu und folgte dann ſeiner Gemahlin in das Nebengemach.
Der Prinz blieb mit Laura allein.
Was ſie dort geſprochen und einander zugeſchwo⸗ ren, hat Niemand Jemals erfahren. Anfangs hörte der im Nebengemach verweilende König die laute zür⸗
nende Stimme des Prinzen, welche ſich in Verwün
ſchungen und bittern Klagen erging. Dann ward Friedrich der Große. III. 15


