Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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mit einem gnädigen Lächeln die Hand entgegen, welche dieſer ehrfurchtsvoll an ſeine Lippen preßte?

Der Prinz Anguſt Wilhelm begriff nichts von dieſer ganzen Scene; er fühlte ſich wie verzaubert, wie von böſen Traumbildern geängſtigt. Mit weitaufgeriſſenen gläſernen Augen ſtarrte er hinüber zu dem vermählten Paar, das ſo eben die Glückwünſche des Hofes empfing.

Aber eben hatte des Königs ſcharfer Blick ihn ge⸗ wahrt, und raſch das Gedränge der Hofleute, welche ſich ehrfurchtsvoll zur Seite ſchoben, durcheilend, näherte er ſich dem Prinzen.

Auf ein Wort, mein Bruder! flüſterte der König. den Arm des Prinzen nehmend. Kommen Sie, laſſen Sie uns in mein Kabinet gehen. 3

Der Prinz folgte ihm, ganz betäubt, kaum ſeiner inne mächtig. Jetzt, mein Bruder, ſagte der König, als er die

Thür des Kabinets hinter ſich geſchloſſen hatte, jetzt

zeigen Sie Sich Ihres königlichen Berufes und Ihrer Ahnen werth. Zeigen Sie, daß Sie es verdienen, dereinſt der Beherrſcher eines ganzen Volkes zu ſein. Zeigen Sie das, indem Sie Sich ſelber beherrſchen. Das Fräulein Laura von Pannewitz kann nimmermehr die Ihrige werden. Sie iſt die Gemahlin des Grafen Voß. Der Prinz ſtieß einen ſo durchdringenden, herzzer⸗ reißenden Schrei aus, daß der König ſelber erbleichte, und ein unausſprechliches Mitleid ſeine Seele erfüllte.

Seien Sie ſtandhaft, mein armer Bruder, ſagte er milde. Was Sie leiden, habe auch ich gelitten, leidet mehr oder weniger Jeder, den das Geſchick berufen hat, vor der Welt eine erhabene und hervorragende Stellung einzunehmen. Ein Fürſt hat nicht das Recht

ſeinem Herzen und ſeinen Neigungen zu leben. Er