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und harrte ihres Herabſteigens. Aber die feſtgeſetzte Zeit war längſt vorüber und ſie kam nicht; eine qual⸗ volle Angſt, eine unerklärliche Furcht befiel ihn. Hatte der König vielleicht ihren Plan entdeckt, war Er es, der Laura zurück hielt, oder hatte ſie ſelber ihre Ver⸗ abredung vergeſſen, war ſie ihren Schwüren untreu geworden?
Die Zeit verging, und ſie kam noch immer nicht. Zitternd vor Zorn, Angſt und Zweifeln, ſtieg der Prinz die Schloßtreppe wieder hinauf, er wollte in die Säle zurückkehren, er wollte um jeden Preis ſich ſeiner Geliebten nähern, er war in dem Zorn ſeiner Liebe ſogar entſchloſſen, ſie mit Gewalt mit ſich ſort zuführen.
Den Mantel abwerfend, trat er in den 2 orſaa ein. Niemand achtete ſeiner, aller Blicke war dem großen Hauptſaal gerichtet. Dorthin begab der Prinz; die ganze glänzende Hofgeſellſchaft, in den Nebenſälen zerſtreut, drängte ſich jetzt in die⸗ ſem Saal zuſammen; es flimmerte und blitzte von Brillanten, Ordensſternen, und Gold⸗ und Silberſticke⸗ reien.
Der Prinz ſah das Alles nicht. Er ſah nur dieſe bleiche, hohe Frauengeſtalt mit dem langwallenden Braut⸗ ſchleier, und dem Myrthenkranz im Haar, welche in der Mitte des Saales ſtand. Das war ſie, das war Laura von Pannewitz, und neben ihr dieſer junge ſüß lächelnde Mann, das war der Graf Voß.
Was bedeutete dies Alles? Warum umſtand die ganze königliche Familie die ſo ſeltſam geſchmückte Ge⸗ liebte des Prinzen Auguſt Wilhelm? Warum küßte eben die Königin Eliſabeth Chriſtine die ſchöne Laura von Pannewitz, und reichte ihr ein funkelndes Brillant⸗ diadem? Warum ſtreckte der König dem Grafen Voß


