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werden, da er im Irrenbauſe ſitzt. Ich habe Ihnen daher einen hübſchen Offizier von guter Familie und mit bedeutendem Vermögen ausgeſucht, und ihm befohlen, Sie zu heirathen. Gefällt er Ihnen, ſo wird der Prediger Sie ſogleich copuliren, und Sie folgen Ihrem Gemahl ſofort in ſeine Garniſon nach
Brandenburg; gefällt er Ihnen nicht, ſo hat der
Offizier von Kleiſt Befehl mit Ihnen wieder den
Wagen zu beſteigen, und Sie zu Ihrer Frau Mutter
zu bringen, wo Sie Zeit haben werden über Ihre
Unbeſonnenheit und Tollkühnheit nachzudenken.
Friedrich.
Louiſe hatte den Brief des Königs wieder und immer wieder geleſen; jetzt hob ſie den Blick von dem⸗ ſelben empor, und richtete ihn auf den jungen Mann, der ihr gegenüberſtand, und ſie mit lächelnden, fra⸗ genden Blicken anſah. 3
Sie fand, daß er ſehr ſchön, ſehr jung und lie⸗ benswerth erſcheine; ſie geſtand ſich, daß dieſe glän⸗ zende Uniform viel hübſcher anzuſchauen ſei, als der ſchlichte dunkle Rock des armen Gärtners, daß Fritz Wendels Augen nicht glühender und beredter geweſen, als die Augen des ſchönen jungen Cavaliers.
Nun, fragte er lächelnd, haben Sie entſchieden, mein Fräulein? Wollen Sie mich des Glückes wür⸗ digen, der beneidete und ſelige Gemahl des ſchönen und lieblichen Fräuleins Louiſe von Schwerin zu wer⸗ den, oder wollen Sie mich verdammen, und mich des ſchönſten Glückes berauben?
Sie ſah ihm tief in die Augen, und lauſchte mit angehaltenem Athem ſeinen Worten. Seine Stimme hatte einen ſo weichen, angenehmen Klang, ſie war nicht hart und rauh, wie Fritz Wendels Stimme, ſondern ſanft und milde, wie Muſik traf ſie Louiſens Herz.


