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nach ihrem Begleiter hin, aber die Nacht war finſter, Louiſe konnte nichts ſehen, als die dunklen, ungewiſſen Umriſſe einer Geſtalt. Sie ſtreckte, gleichſam hülfe⸗ flehend, ihre Hand nach ihm aus, ihr Geliebter fühlte dieſe Hand auf ſeiner Schulter, und faßte ſie, um ſie an ſeine Lippen zu drücken, aber er blieb ſtumm, er zog ſie nicht wie ſonſt in ſeine Arme, er flüſterte ihr nicht wie ſonſt ſeine zärtlichen, leidenſchaftlichen Liebes⸗ betheuerungen ins Ohr. Eine tödtliche, entſetzensvolle Angſt überfiel das junge Mädchen, ſie ſchlug ihre Hände über ihr Antlitz und weinte laut. Der junge Mann neben ihr mußte wohl ihr Weinen und Schluchzen hören, aber er blieb ſtumm, er ſuchte ſie nicht zu tröſten.
Vorwärts, immer vorwärts ging es in raſendem Lauf; zwei Mal wurden die Pferde gewechſelt, um deſto ſchneller das Ziel zu erreichen; Louiſe weinte immerfort, ſie fühlte ſich dem Tode nahe vor Angſt und Entſetzen; drei Mal hatte ſie, von dieſem ewigen Schweigen gefoltert, es gewagt, ihren Begleiter leiſe und ſchüchtern anzureden; aber er hatte ihr nicht ge⸗ antwortet..
Jetzt endlich hielt der Wagen. Wir ſind zur Stelle, flüſterte Louiſens Begleiter, aus dem Wagen ſpringend, und ſie ſelber heraushebend. 8
Wo ſind wir? fragte ſie zitternd und ganz über⸗ zeugt, daß ſie vor irgend einem Gefängniß, einem
heimlichen Verbannungsort ſich befänden.
Wir ſind in Oranienburg, und dort iſt die Kirche, wo uns der Prediger erwartet.
Er nahm haſtig ihren Arm und führte ſie der Kirche zu. Die Thür derſelben war geöffnet, und wie Louiſe an der Hand ihres Begleiters eintrat, fühlte ſie ihr Auge geblendet von dem Glanz der Kerzen, die am Altar und auf dem großen Kronleuchter brannten.


