ſteht mit kaltem Herzen meiner glühenden Bruſt gegen⸗ über, und während ich mich jauchzend vor Liebe und Entzücken an ſeine Bruſt werfen möchte, muß ich meine Arme in einander preſſen, daß ſie ſich nicht regen, und muß nach einem kalten und eiſigen Blicke ſuchen, um damit den ſeinen zu erwiedern. Sehen Sie, es gab eine Zeit, da hielt ich es für unmöglich, all dieſe Leiden und dieſe Folterqual zu erdulden, eine Zeit, in welcher ſich meine Jugend ſträubte, wie Tantalus zu dulden und zu leiden, eine Zeit in welcher mein Stolz ſich dagegen auflehnte, die Schmach und Demüthigung dieſer Liebe noch länger zu ertragen, wo ich meine Krone hingeben wollte, um mir dafür das Recht zu erkaufen, in der Einſamkeit zu klagen, und. meine Thränen fließen zu laſſen. Aber der König wollte es nicht. Er forderte von mir, daß ich an ſeiner Seite bliebe, nicht als ſeine Gemahlin, ſondern nur als ſeine Königin, an ſeiner Seite lebend, und doch auf ewig von ihm getrennt, unbeklagt, und unverſtanden, be⸗ neidet von den Thoren, glücklich geprieſen von der Welt. Und ich, Laura, ich liebte ihn ſo ſehr, daß ich die Kraft fand, ihm dieſes furchtbare Opfer darzu⸗ bringen, und ihn nicht ahnen zu laſſen, es ſei mein eigenes Herz, welches er unter den Füßen ſeines Thro⸗ nes zertrat. Ich ſchlug den königlichen Purpurmantel über meine ſchmerzzerriſſene Bruſt, aber es hat mir zuweilen geſchienen, als ſei es mein eigenes Herzblut, das dieſen Mantel ſo purpurroth gefärbt. Nun, Laura, wollen Sie nun noch ſagen, daß ich die Liebe nicht kenne, nicht weiß, welches Opfer ich von Ihnen fordere?
Die Königin, ihr Antlitz von Thränen überſtrömt,
breitete ihre Arme nach Laura aus, das junge Mäd⸗ chen warf ſich laut weinend an ihre Bruſt, und ihre Thränen, und ihre Seußzer miſchten ſich.
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