Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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Schickſal von Doris Ritter theilen, und muß ich des Kronprinzen Glück zerſtören, ſo will ich es doch nicht mit Schmutz bewerfen.

So ſprechend ergriff der König haſtig die Klingel und ſchellte. Dem eintretenden Kammerdiener befahl er den Wagen vorfahren zu laſſen, dann ſteckte er den Brief, den er Fritz Wendel dictirt hatte, zu ſich, und begab ſich hinunter zu dem bereitſtehenden Wagen.

Zur Königin⸗Mutter, befahl er, und in raſchem Trabe jagten die Pferde von dannen..

Es war eine ſehr lange, ſehr geheime Unterredung, welche der König mit ſeiner Mutter hatte. Oft hörten die im Nebenſaale harrenden Hoſdamen die laute, haſtige Stimme der Königin, welche indeß ſchuell wie⸗ der ſich dämpfte, und es ihnen unmöglich machte, irgend etwas zu erlauſchen; oft glaubten ſie ſogar die Königin weinen zu hören, aber wie es ſchien, nicht vor Schmerz und Kummer, ſondern vor Zorn und Wuth, denn ſie ſtieß dabei einzelne Worte der Drohung und des Zor⸗ nes aus, und ihre Stimme war hart und rauh.

Endlich erſchallte die Klingel in dem Gemach der Königin, und der herbeiſtürzende Lakay erhielt den Be⸗ fehl, das Hoffräulein Laura von Pannewitz fofort zur Königin zu beſcheiden.

Aber der Lakay kehrte aus dem Zimmer des Hof⸗ fräuleins mit der Nachricht zurück, das Fräulein ſei nicht dort, ſondern habe ihren Wagen befohlen, und ſei hinausgefahren nach Schönhauſen zur Königin Eli⸗ ſabeth Chriſtine. 1

So werde ich ſelber dorthin fahren, ſagte der König, und ſeien Ew. Majeſtät überzeugt, daß die Königin mir beiſtehen wird, dieſes arme unglückliche Liebespaar auf ſanfte Weiſe zu trennen..