Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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auf, ihr Wort zu halten, an demſelben Tage, wie der Prinz mit ſeiner Laura, mit ihm zu entfliehen, um, wie ſie es verabredet hatten, in Oranienburg den Bei⸗ ſtand des Prinzen zu erflehen, und durch ſeine Ver⸗ mittelung von dem Prediger dort getraut zu werden. Er beſtimmte ihr Zeit und Stunde der Flucht, und forderte ſie auf, zu der feſtgeſetzten Zeit das Schloß zu verlaſſen, und ihm, welcher ſie vor dem Schloßthor erwarten werde, zu folgen.

Jetzt unterzeichne Er! befahl der König, und mache Er den Brief ſo zu, wie Er es gewohnt iſt! So! Gebe Er her den Brief, ich ſelber werde ihn an ſeine Adreſſe befördern!

Und mein Preis, Majeſtät? fragte Fritz Wendel ſchüchtern, denn des Königs hohe, bewölkte Stirn drohte mit einem nahen Ungewitter.

Er ſoll den Preis haben, welcher Seiner Ver⸗ rätherei und Seinem Wahnſinn gebührt, ſagte der König mit jenem fürchterlichen Ton, welcher Alle die zittern machte, die ihn jemals gehört. Ja, Er ſoll haben, was Er verdient, und was Seiner Frechheit und Seinem Uebermuth zukommt. Wären alle dieſe Dinge, welche Er mir da mit ſo frecher Stirn erzählt hat, wären ſie Alle wahr, ſo verdiente Er gehangen zu werden, denn alsdann hätte Er ſich eines zweifachen Verbrechens ſchuldig gemacht; Er wäre zum Verräther geworden an einem königlichen Prinzen, deſſen Ge⸗ heimniſſe er behorcht und ausſpionirt hatte, um ſie zu verkaufen, und mit dem Unglück zweier edler Menſchen ſich ſelber Sein Glück zu erh andeln; Er hätte das ſchmachvollere und unverzeihlichere Verbrechen began⸗ gen, ein unſchuldiges Kind, das durch Geburt, Rang und Bildung weit über ihm ſtand, verführt, und der Schande Preis gegeben zu haben. Aber zu Seinem