Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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brachte, war er entſchloſſen, das Aeußerſte zu wagen, und wie Alexander, den gordiſchen Knoten zu zerhauen, den er nicht zu löſen vermochte.

Mit kecker Entſchloſſenheit begab er ſich daher in das Schloß und verlangte den König zu ſprechen, da er ihm wichtige Entdeckungen zu machen habe.

Der König ließ ihn ſogleich vor ſich kommen, und entfernte auf Fritz Wendel’s Wunſch ſeine Adjutanten.

So, jetzt ſind wir ganz ohne Zeugen, jetzt rede Er, ſagte der König.

Ich kenne ein Geheimniß, Majeſtät, ſagte Fritz Wendel, welches die Ehre und die Zukunft der könig⸗ lichen Familie betrifft. Ew. Majeſtät werden daher gnädigſt verzeihen, wenn ich ein ſolches Geheimniß nur für einen hohen Preis verkaufen will.

Des Königs große glänzende Augen ruhten mit einem vernichtenden Ausdruck auf dem kecken Antlitz Fritz Wendels. Nenne Er Seinen Preis, ſagte er, aber bedenke Er wohl, daß wenn Sein Geheimniß des geforderten Preiſes nicht werth iſt, Er vielleicht mit Seinem Kopf, gewiß aber mit Seiner Freiheit dafür wird büßen müſſen.

Mein Geheimniß iſt des größten Preiſes werth, denn es rettet die Dynaſtie des erhabenen Hauſes der Hohenzollern, ſagte Fritz Wendel, welcher den Muth hatte, den zornigen Blicken des Königs nicht auszu⸗ weichen. Ich will es Ew. Majeſtät verkaufen, aber ich werde erſt ſprechen, wenn Ew. Majeſtät die Gnade gehabt haben, mir meinen Preis zu bewilligen.

Ehe ich das thue, muß ich Seine Forderungen zuvor kennen, ſagte der König, ſeinen Zorn nur mit Mühe noch zurückhaltend..

Ich fordere für mich ein Majorspatent und die Hand des Hoffräuleins Loniſe von Schwerin.