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Königin, um welche der ganze Hof die kleine Louiſe von Schwerin beneidete, dieſer ſelber erregte, und welch' eine folternde Angſt das Herz der armen Gefangenen ergriff, ſo oft die Königin in ihr Gemach eintrat. Niemand hörte die ſtrengen, zürnenden, drohenden Worte der Königin, Niemand ahnte, daß die Königin nicht kam, um Louiſe zu pflegen, ſondern nur um ſie einem ſtrengen, unerbittlichen Verhör zu unterwerfen.
Indeß hatte Louiſe den Drohungen, den Schelt⸗ worten der Königin noch immer widerſtanden. Sie hatte noch immer den Muth gefunden zu ſchweigen und ſich vollkommen unſchuldig, vollkommen unbefangen zu zeigen. Sie wußte ſehr wohl, daß ſie das Geheimniß
Laura's nicht verrathen könne, ohne ſich ſelber zu com⸗
promittiren, und daß, wenn die Königin die geheim⸗ nißvolle Flucht Laura's erführe, ſie zugleich Kunde erhalten müſſe von dem Liebesverhältniß Louiſen's mit dem armen Gärtner Fritz Wendel, und von dieſen heimlichen Zuſammenkünften, welche der unterirdiſche Gang vermittelt hatte.
Louiſe fürchtete durch die Entdeckung ihrer erſten Abenteuer lächerlich vor dem ganzen Hofe gemacht zu werden, und dieſe Furcht machte ſie ſtandhaft und ent⸗ ſchloſſen, ließ ſie ſogar muthig die Langeweile der Gefangenſchaft ertragen.
Die Gefangenſchaft kann doch nicht ewig dauern, ſagte Louiſe zu ſich ſelber. Wenn ich nichts bekenne und alſo auch nicht überführt werden kann, muß die Königin ſich doch von meiner Unſchuld überzeugen und mich freigeben. 3
Aber Fritz Wendel war minder geduldig, als ſeine
kluge Geliebte. Er vermochte die Qual und Angſt nicht mehr zu ertragen, und als der vierte Tag ihm noch keine Nachricht und keine Kunde von Louiſen


