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in dieſen ſtillen öden Garten, den der Winter jetzt noch mit einem glänzenden Leichentuch eingehüllt hatte. Da war es ihr, als ſähe ſie dort eine weibliche Ge⸗ ſtalt eilig den Gang hinab gehen. Es war nicht eine der Dienerinnen des Schloſſes, das erkannte die Kö⸗ nigin an dem Anzug der räthſelhaften Erſcheinung, es war eine ihrer Hofdamen, und obwohl Sophie Dorothea ihr Antlitz nicht erkennen konnte, war ſie doch ſofort überzeugt, daß das Niemand Anders ſei, als Laura von Pannewitz, und daß ſie jetzt zu einem Rendezvous mit dem unbekannten Liebhaber gehe, welchen die Königin, trotz aller ihrer Bemühungen noch nicht hatte erſpähen können.
Der Entſchluß der Königin war ſchnell gefaßt. Sie rief ihre Kammerfrauen, ließ ſich ihren Pelz und ihre Capuze geben, erzählte, daß ſie eine plötzliche Neigung zu einem einſamen Spaziergang in ſich ver⸗ ſpüre, befahl keine ihrer Damen zu rufen, ſondern ſie ihrer gewohnten Muße zu überlaſſen, und eilte dann hinunter in den Garten, denſelben Weg einſchlagend, welchen ſie zuvor die verhüllte Dame hatte gehen ſehen. Sie konnte ganz deutlich die Spur friſcher Fußtritte im Schnee verfolgen, und dieſe Spur leitete ſie bis zu dem Gewächshaus hin. Ohne zu zaudern trat die Königin ein, feſt entſchloſſen endlich das Ge⸗ heimniß ihrer Hofdame kennen zu lernen, und als ſtrafende Richterin vor ſie zu treten.
Ein Glück war es für die armen Liebenden, daß die mit jedem Tage wachſende Corpulenz der Königin und ihr kranker rechter Fuß ſie am raſcheren Gehen verhinderte; als ſie endlich daher den unteren Theil des Treibhauſes erreichte fand ſie Niemand dort, als ihren Sohn Auguſt Wilhelm, der ſie indeß mit ſo verlegener und befangener Miene empfing, daß die


