Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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vertrauen. Wir kennen Ihr Geheimniß! Sie ſollen das unſere kennen lernen. Geben Sie mir Ihre Hand. Ich führe Sie unbemerkt von hier fort und ungeſehen können Sie in das Schloß zurückkehren.

Laura war wie betäubt, kaum ihrer Sinne mächtig.

Sie fühlte ſich ſanft vorwärts gezogen, ſie ſah neben

ſich ein lächelndes freundliches Mädchenangeſicht und 1 jetzt erkannte ſie das kleine Hoffräulein Louiſe von

Schwerin. Louiſe, fragte ſie leiſe. Was bedeutet dies Alles? Still, flüſterte ſie. Folge ihm. Steige die Stu⸗

fen hinab. So, Gott mit Euch! Ich bleibe hier und

decke den Rückzug.

Jetzt war Fritz Wendel mit Laura in der Tiefe verſchwunden. Louiſe ließ eilig die Maſchinerie ſpielen und den Lorbeerbaum ſich über die Oeffnung ſchieben. Dann ſchlüpfte ſie leiſe hinter das. Farrenkraut am Eingang der Grotte, um zu ſehen und zu beobachten, was da draußen geſchah.

Die Königin Sophie Dorothea war es in der That, welche zu dieſer ungewöhnlichen Stunde allein und ganz ohne Begleitung in das Gewächshaus ge⸗ kommen war. 3

Es war die Zeit, in welcher die Hofdamen der Königin ſonſt jeden Tag vollkommene Freiheit und Muße hatten, die Zeit der Mittagsruhe. Die Köni⸗ gin pflegte dann ihre Damen zu beurlauben, und ihnen einige Stunden der freien Selbſtbeſtimmung zu gönnen, während ſie ſelber den Schlaf, der ſie ſeit einiger Zeit Nachts zu fliehen ſchien, ſich am Tage zu erobern ſuchte. Indeſſen heute hatte ſie auch am Tage die gewohnte Ruhe nicht finden können; mißmuthig da⸗ rüber war die Königin, auf⸗ und abwandelnd, an's Fenſter getreten, und hatte träumeriſch hinab geſchaut