Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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Auch der Prinz nnd Laura hatten das Geräuſch gehört, und ſie lauſchten in athemloſer Angſt und blickten unverwandt nach der Thür dort drüben hin. Vielleicht war es nur der Wind geweſen, welcher die äußere Thür der Vorhalle bewegt hatte, vielleicht— aber nein, da öffnete ſich leiſe die Thür des Salons, da ſah man eine hohe weibliche Geſtalt vorſichtig und leiſe durch dieſelbe eintreten.

Die Königin! flüſterte Laura in ſich erſchauernd.

Meine Mutter, murmelte der Prinz, indem ſein angſtvoller Blick rettungſuchend überall umher ſpähete. Jetzt haftete er auf der dunklen Felsgrotte, und raſch mit dem Finger nach ihr hindeutend, flüſterte er: eile, eile! Dort verbirg Dich! Ich bleibe, und erwarte meine Mutter.

Schon ſah man zwiſchen Zweigen und Blumen⸗ gehängen die hohe Geſtalt der Königin näher und näher heran ſchreiten, ſchon konnte man ihr blitzendes Auge, ihr ſtolzes, zürnendes Antlitz erkennen.

Eile, eile, flüſterte der Prinz, verbirg Dich, oder wir ſind verloren.

Laura ſchlüpfte leiſe und tief gebückt hinter dem Lorbeer und Myrthengeſträuch dahin, jetzt hatte ſie ungeſehen von der Königin den ſicheren Schlupfwinkel, die Felsgrotte, erreicht, und lehnte ſich zitternd, todes⸗ bleich an die innere Wand an, ihr Auge noch geblendet von der plötzlichen Dunkelheit, nicht ſehend, nichts

denkend, zitternd in tödtlicher Angſt.

Plötzlich hörte ſie neben ſich eine leiſe, flüſternde Stimme. Laura, liebe Laura, fürchten Sie nichts. Wir ſind treue Freunde, welche Ihr Geheimniß kennen und Sie retten wollen. 1

Folgen Sie mir, mein Fräulein, flüſterte eine an⸗ dere Stimme. Vertrauen Sie uns, wie wir Ihnen