— 183—
menſchlich ſein, als dieſe zarte, ſittſame Laura? Oh, Louiſe, folge doch auch Du Deinem zärtlichen, echt weiblichen Herzen, fliehe mit mir, werde heimlich mein Weib, und dann verberge ich Dich, und gehe hin, um Denen Bedingungen vorzuſchreiben, welche jetzt meine Werbung um Dich mit ſtolzem Hohn zurückweiſen würden.
—
Ich werde thun, was ſie thut, flüſterte Louiſe mit glühenden Wangen. Was Laura thun darf, werde auch ich thun. Flieht ſie mit ihrem Geliebten, ſo fliehe auch ich mit Dir, wird ſie ſein Weib, ſo werde ich die Deine. Jetzt aber laß uns ſchweigen und hören.
Und nun, meine Laura, höre mir zu, und merke
ſagte Prinz Auguſt
Dir jedes meiner Worte wohl, ſ Wilhelm ernſt. Ich habe alle Vorbereitungen, alle Maßregeln getroffen, und in acht Tagen ſchon wirſt Du meine Gemahlin ſein. Ich habe auf einem der mir zugehörigen Güter einen guten, frommen Prediger, welcher mir ganz ergeben iſt. Er hat mir zugeſagt,
f unſere Trauung zu vollziehen. Zu ihm alſo werden wir zuerſt eilen, wenn wir Berlin verlaſſen haben, 4 und wenn dort, zur Nachtzeit in der Dorfkirche der
Bund unſerer Herzen den Segen der Kirche empfangen 1 hat, wenn Du mein Weib geworden, dann erwartet uns vor der Kirche ein Wagen, welcher uns mit Cou⸗ rierpferden über die preußiſche Grenze bringt. Ich habe ſchon von dem engliſchen Geſandten, welcher mein 6 ergebener Freund iſt, eiinen Paß erhalten, der uns unter fremdem Namen ſicher und ungefährdet nach
England bringt. Dort wird uns mein Oheim, der König von England, ſeinen Schutz und Beiſtand nichf verſagen, und mit ſeiner Vermittelung werden wir uns mit meinem Bruder, dem König verſöhne


