Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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trank, ſich wie ein verzehrendes Feuer durch ihre eigenen Adern ergoß, welche ihre eigenen Entſchlüſſe ertödtete und ihre Kraft in Aſche verwandelte.

Als er, zur Verzweiflung gebracht von ihrem Schweigen, ihrem Widerſtreben, endlich in Thränen 8 ausbrach, als er ſie der Grauſamkeit, der Liebloſigkeit 1 anklagte, als ſie ſein edles Antlitz voll Schmerz und Jammer ſah, fand ſie nicht mehr den Muth, ihm zu widerſtehen, und ſich mit einem köſtlichen Erröthen in ſeine Arme ſchmiegend, flüſterte ſie: nimm mich hin, denn von nun an bin ich auf ewig Dein! Ich nehme Dich an zu meinem Herrn und Gemahl, Dein Wille ſoll der meine ſein, was Du beſchließt, das f ſoll geſchehen, wohin Du mich rufſt, dahin werde ich gehen, bis an's Ende der Welt will ich Dir folgen, und nichts ſoll uns mehr trennen, nichts als der 4 Tod!— 5

Der Prinz drückte ſie feſt und innig in ſeine Arme, und küßte ihre reine, hohe Stirn. Gott ſegne Dich, meine Geliebte, Gott ſegne Dich für dieſen Entſchluß, ſagte er, und ſeine Stimme war jetzt wieder mächtig und voll, und ſein Antlitz hatte jetzt wieder einen feſten, energiſchen Ausdruck angenommen. Er war nicht mehr der klagende, verzweifelnde Liebhaber, ſondern der feſte. entſchloſſene Mann, welcher wußte, was er wollte, und welcher Energie und Muth genug beſaß, ſeinen Willen zur That werden zu laſſen.

Fritz Wendel legte ſeine Arme feſter um Louiſens Geſtalt, und ſie inniger an ſich drückend, flüſterte er: Louiſe, Du ſagſt, daß Laura ein Engel an Tugend und Sittſamkeit iſt, und doch hat ſie nicht den grau⸗ ſamen Muth, ihrem Geliebten länger zu widerſtehen, doch ergiebt ſie ſich ſeinem Flehen, und iſt entſchloſſen mit ihm zu fliehen. Willſt Du minder weich und