Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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Sie ſind verlobt, Sie ſind der Bräutigam der Prin⸗ zeſſin von Braunſchweig?

Es iſt wahr, ſagte der Prinz tonlos. Es gab kein anderes Mittel unſer Geheimniß zu ſichern und zu be⸗ wahren, als daß ich mich anſcheinend ruhig und ge⸗ laſſen dem Befehl des Königs fügte, und in dieſe Verlobung willigte. Sie wird ſo lange der Deck⸗ mantel unſerer Liebe ſein, bis wir ſie frei und unver⸗ hüllt der ganzen Welt zeigen und offenbaren können. Und dies, meine Geliebte, hängt nur von Dir ab. Gedenke jetzt der Schwüre ewiger Liebe, ewiger Treue, welche wir einander dargebracht, gedenke, daß Du mir gelobt, Mein zu ſein für alle Ewigkeit, und mir Dein ganzes Leben zu weihen. Gedenke, daß Du meinen Verlobungsring am Finger trägſt, und alſo meine Braut biſt.

Und doch ſind Sie der Verlobte einer Anderen, und einen anderen Verlobungsring tragen Sie an Ihrem Finger!

Aber dieſe Prinzeſſin, welcher man mich verlobt hat, weiß, daß ich ſie nicht liebe, ich habe ihr mein ganzes Herz geöffnet. Ich habe ihr geſagt, daß ich nimmer ein anderes Weib lieben werde, als Sie allein, daß ich nimmer eine andere Frau meine Gemahlin nennen werde, als Laura von Pannewitz, und ſie war großmüthig und edel genug, einzugehen auf dieſes Maskenſpiel, und ſo lange als meine Braut zu gelten, bis unſer Bund dieſes Schutzes nicht mehr bedarf. Jetzt alſo, meine Laura, jetzt beſchwöre ich Dich bei unſerer Liebe, bei dem Glück unſeres ganzen Lebens, gieb endlich meinem heißen Flehen nach, erfülle meine inbrünſtigen Bitten, habe den Muth, der Welt zu trotzen, und ihren Vorurtheilen mit der Tapferkeit eines edlen und reinten Bewußtſeins die Stirn zu bieten. Folge

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