Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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des Mitleids weinen, während man uns Beide nur verlachen und verſpotten würde, ſeufzte Louiſe.

Es iſt wahr, der arme Gärtner iſt nur ein be⸗ lachenswerther Liebhaber für das ſchöne Fräulein von Schwerin, murmelte Fritz Wendel. Aber das ſoll und wird anders werden, und bald werde ich die neue Car⸗ rière einſchlagen, welche ich mir vorgezeichnet habe. Meine Louiſe ſoll nicht mehr zu erröthen haben vor ihrem Geliebten, und nicht länger ſoll es für ſie eine Schmach und Erniedrigung ſein, von mir angebetet zu werden. Ich habe ein Mittel in Händen, mit welchem ich mir Rang und Anſehen erkaufen kann, ich werde es anwenden.

Sage mir ies Mittel, laß mich Deine Pläne kennen, bat Lonſſe.

Er deutete mit einem grauſamen Lächeln hinüber nach dem Prinzen und ſeiner Geliebten. Dort iſt mein Kaufpreis, flüſterte er, ich werde hingehen und ſie dem König verrathen, der mir für dies Geheimniß Rang und Reichthum bewilligen wird, denn von dieſem

Geheimniß hängt die Zukuuft Preußens ab. Hören

wir alſo, was ſie ſprechen, damit— Nein, hören wir nicht, unterbrach ihn Louiſe leb⸗ haft. Es iſt grauſam und unedel, mit Anderer Un⸗

glück ſich ſelber das Glück erkaufen zu wollen, es iſt—

Fritz Wendel legte ihr leiſe die Hand auf die zür⸗ nenden, glühenden Lippen. Um Gotteswillen, ſchweige jetzt und höre.

Das Geſpräch des Liebespaares in der Lorbeerlaube hatte jetzt eine andere Wendung genommen. Ihre Augen leuchteten nicht mehr vor Entzücken, ſie waren trübe und glanzlos, und ein tiefer Kummer ſprach aus ihren Zügen.

Es iſt alſo wirklich wahr, flüſterte Laura