Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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eine Dame, welche franzöſiſche Kleider trägt, kann nicht das Geld nehmen, welches ihr Vater mit den alt⸗ modiſchen Trachten verdient hat.

Und der Alte brach in ein wildes, wahnſinniges Lachen aus, während Anna eutſetzt auf ihn hinſtarrte und Pöllnitz aus ſeinem Verſteck hervor an das Lager trat, um beſſer hören und beobachten zu können.

Ich verſtehe Dich nicht, mein Vater, ſagte Anna zitternd und angſtvoll.

Du wirſt mich bald verſtehen, lallte der Alte mit einem heiſeren Lachen. Wenn ich todt bin und die Gerichtsbeamten kommen und mein Teſtament, das ich ihnen heute übergeben habe, Dir vorleſen werden, dann wirſt Du mich verſtehen, dann wirſt Du wiſſen, daß ich mein Hab' und Gut den Armen dieſer Stadt ver⸗ macht habe, und nicht der vornehmen Sängerin, welche mein Geld nicht bedarf, da ſie eine Million in ihrer Kehle hat. Mein Sohn ein Schauſpieler, meine Tochter eine Sängerin, ſo iſt es recht, ſo kann man mit Freuden in die Grube fahren und Gott danken, daß man ſtirbt. Ach, ach, Ihr ſollt an den alten Vater Pricker denken, Ihr ſollt mir fluchen, wie ich Euch geflucht habe, und da Ihr über meinen Tod nicht weinen werdet, ſo ſollt Ihr wenigſtens ihn als ein ſchweres Unglück betrachten. Enterbt ſeid Ihr, Beide enterbt, die Armen ſind meine Erben und Ihr Beide bekommt nichts, als das Erb⸗ theil Eurer Mutter, welches ich Euch leider nicht ent⸗ ziehen konnte.

Vater! Vater! Das iſt nicht möglich, das kann nicht Dein Ernſt ſein, ſchrie und jammerte Anna. Es iſt nicht möglich, daß ein Vater ſo grauſam, ſo un⸗ natürlich handeln kann, ſeine Kinder zu enterben.

Habt Ihr nicht auch grauſam, nicht auch unnatürlich an mir gehandelt? fragte der Alte grinſend. Habt Ihr