Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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in welchem er mir ſchreibt, daß er mit der Tochter meines zweiten Mörders, des Franzoſen Peliſſier, ent⸗ flohen iſt, um Schauſpieler zu werden, um den alten ehrwürdigen und angeſehenen Namen ſeiner Väter in den Schmutz zu treten und ihn zum Geſpött der Gaſſen⸗ buben zu erniedrigen. Zu dieſem edlen Werk fordert er von mir das Erbtheil ſeiner Mutter. Er ſoll es haben, ja, er ſoll es haben, es ſind fünftauſend Thaler, aber von mir bekommt er nichts, nichts weiter als meinen Fluch, von dem ich Gott bitte, daß er ewig vor ſeinen Ohren wiedertönen möge.

Der Alte ließ erſchöpft ſein Haupt auf das Lager zurückſinken und ächzte laut. Anna ſtand mit thränenloſen Augen an dem Lager ihres ſterbenden Vaters, und dachte nur an dieſe glanzvolle und köſtliche Zukunft, welche mit jedem Moment einen Schritt näher zu ihr heran rückte. Pöllnitz hatte ſich in eine der Fenſter⸗ niſchen zurückgezogen, und überlegte eben, ob es beſſer ſei, den Tod des Alten abzuwarten, oder ob er jetzt zum König zurückkehren ſollte. 1

Plötzlich ſchlug Herr Pricker die Augen wieder auf, und ſein Blick ruhte mit einem zornigen und hämiſchen Ausdruck auf dem Antlitz ſeiner Tochter.

Welch eine ſchöne vornehme Dame Du jetzt biſt, ſagte er mit einem unheimlichen Grinſen. Ganz nach der neueſten Mode angeputzt, dazu eine große Sän⸗ gerin, welche vor dem König und dem Hofe ſingt. Eine ſo vornehme Dame muß ſich ſchämen, daß ihr Vater ein Schneider iſt. Ich begreife das und gehe alſo ins Grab, um meine vornehme, ſchöne Tochter nicht zu geniren. Ja, ich gehe, und nichts ſoll die ſtolze Sängerin mehr an mich erinnern, nichts, ſage ich, weder mein Haus, noch mein Geld. Oh, eine Sängerin kann nicht die Erbin eines Schneiders ſein,

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