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angebetete Geliebte? Haſt Du mir nicht geſchworen, daß auch Du mich liebſt, und daß Du kein höheres Glück verlangſt, als unzertrennlich mit mir vereint zu ſein? 4
Anna ließ ihre Hände von ihrem Antlitz gleiten, und trocknete die Thränen aus ihren Augen fort, um Pöllnitz, den lieben, lächelnden, zärtlichen Pöllnitz beſſer ſehen zu können.
Es iſt wahr, fuhr Pöllnitz fort, Du haſt heute Abend nicht den Triumph gefeiert, wie ihn Dein herr⸗ liches Talent verdient, die Farinella ſtand Dir im Wege. Der König hat einmal ein Vorurtheil gegen deutſche Sängerinnen, er behauptet, die Deutſchen ver⸗ ſtänden nur Muſik zu ſchreiben, nicht aber ſie zu ſingen, das ſei ein Vorzug der Italiener. Hätteſt Du einen italieniſchen Namen, ſo würde der König entzückt ge⸗ weſen ſein von Deiner wundervollen Stimme, Deiner ſtaunenswerthen Fertigkeit, aber da Du unglücklicher Weiſe eine Deutſche biſt, verſagt er Dir ſeinen Beifall. Aber was Du hier nicht erhalten haſt, wirſt Du an⸗ derswo Dir mit Leichtigkeit erobern können. Laß uns vereint dieſes undankbare, kalte Berlin verlaſſen, meine Geliebte, laß uns in die Fremde gehen und dort ein neues, ſchönes und köſtliches Leben beginnen. Wir geben Dir einen italieniſchen Namen, ich mache mich zu Deinem Cavalier, und da ich an allen Höfen die bedeutendſten Verbindungen habe, wird es leicht ſein, Dir überall ein Gaſtſpiel auszuwirken. Du wirſt Dir Ruhm und Geld erſingen, and wir werden als ein ſeliges, unzertrennliches Liebespaar mit einander leben.
Oh, ſagte Anna kopfſchüttelnd, es iſt mir nicht um das Geld zu thun. Ich bin reich, reicher als ich ſelber glaubte. Mein Vater hat mir ſelber heut geſagt, daß er gegen ſiebenmalhunderttauſend Thaler beſitzt, und


