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applaudiren müſſen, da hätten Sie den Muth haben müſſen, für mich in die Schranken zu treten und laut und öffentlich Ihre Geliebte zu vertheidigen, welche man durch eine elende Hofkabale, der Italienerin zu Gefallen, ſtürzen wollte.
Aber theuerſte Anna, ſagte Herr von Pöllnitz, Sie kennen die Hofetiquette nicht, Sie wiſſen nicht, daß es bei Hofe nur dem König erlaubt iſt, Beifall zu äußern!
Und doch brachen Sie in einen Beifallsſturm aus, als die Farinella geſungen hatte.
Weil der König das Zeichen dazu gegeben hatte!
Anna zuckte verächtlich die Achſeln und ging mit haſtigen Schritten auf und ab. Zu denken, daß alle meine Hoffnungen, alle meine ſtolzen Zukunftsträume zerſtörk ſind, murmelte ſie mit zitternden Lippen, wäh⸗ rend einzelne Thränen langſam über ihre Wangen niederrollten. Zu denken, daß der König, daß der ganze Hof gelacht hat, während ich ſang, und daß dieſe ſtolze Italienerin mit ihrem übermüthigen Ge⸗ ſicht dies gehört und geſehen hat. Oh, oh, ich werde ſterben, ich werde erſticken vor Zorn. Mein ganzes Leben iſt vernichtet, meine ganze Zukunft iſt in den Staub getreten.
Sie ſchlug ihre Hände vor ihr Angeſicht und weinte und ſchluchzte laut. Pöllnitz hatte kein Mitleid mit ihren Thränen, aber er dachte gerührt an ſeine Gläu⸗ biger, und dieſer Gedanke fachte die erloſchene Zärt⸗
lichkeit in ſeinem Herzen zur hellen Flamme an.
Er näherte ſich ihr, und legte ſanft einen Arm um ihren Nacken. Theuerſte Anna, flüſterte er, warum weinſt Du, und wie kann dieſer kleine Unfall Dich ſo unglücklich machen? Lieben wir uns nicht? Biſt Du nicht immer noch meine geliebte Auna, meine ſchönſte


