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Der König weiß nicht, welche furchtbare Botſchaft er mir da gegeben, dachte Pöllnitz, während er mit Anna Prickerin durch die Straßen fuhr, und in wahrer Todesangſt ihr Antlitz beobachtete. Wenn ſie jetzt er⸗ wacht, wird ſich der ganze Orkan ihres Zorns über 85 mich ergießen, und ich bin ein verlorener Mann. Sie, iſt im Stande, mir die Augen auszukratzen, mich zu erwürgen, und ſie macht aus mir eine Leiche, bevor wir noch den Wagen verlaſſen haben.
Aber ſeine Furcht war unbegründet. Anna regte ſich noch immer nicht. Sie war noch bewußtlos, als ſie ſchon vor dem Hauſe des Herrn Pricker hielten. Aber Niemand kam ihnen aus dieſem Hauſe entgegen, obwohl Pöllnitz dem Lakayen befahl, die Hausthür zu öffnen, und obwohl die Klingel mächtig und gellend
durch das Haus ſchallte. Niemand kam ihnen ent⸗
gegen, als Pöllnitz mit Hülfe des Lakayen die immer noch Ohnmächtige aus dem Wagen hob, und ſie in das Haus und über die Treppe hinauf in ihr Zimmer trug.— 3
Aber als der Baron ſie jetzt langſam und vor⸗ ſichtig auf den Divan gleiten ließ, machte Anna eine leiſe Bewegung, und ein tiefer Seufzer drang aus ihrer Bruſt hervor.
Jetzt wird der Sturm lostoben, dachte Pöllnitz ganz angſtvoll, und er befahl raſch dem Lakayen, hin⸗ abzugehen zu dem Wagen, und dort ſeiner Wiederkehr zu harren. Er wollte wenigſtens keinen Zeugen haben bei der Scene, welche ihn jetzt erwartete, und bei wel⸗ cher er, wie er Grund hatte zu fürchten, eine ſehr lei⸗ dende Rolle ſpielen würde.
Anna Prickerin ſchlug jetzt die Augen auf; ihr erſter Blick fiel auf Pöllnitz, welcher ſich über ſie ge⸗ neigt hatte und ſie mit einem zärtlichen Lächeln anſah.


