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Anna's Blicke nur mit einem halb ſpöttiſchen, halb ver⸗ ächtlichen Lächeln, dann heftete ſie ihre großen, durchdrin⸗ genden Augen auf das Notenblatt und begann zu ſingen.
Anna Prickerin hätte laut aufſchreien mögen vor Zorn, denn ſie ſah, wie der König wohlgefällig mit dem Kopf nickte, wie ein heiteres Lächeln ſein Geſicht überflog, ſie ſah, wie ſofort die ganze Hofgeſellſchaft entzückte Geſichter machte, wie ſogar Pöllnitz eine ganz glückliche, begeiſterte Miene annahm. Aber die Fari⸗ nella ſah es ebenſowohl, und dieſer königliche Beifall entflammte ſie immer mehr. Ihre volle ſchöne Stimme flatterte und jauchzte in den künſtlichſten Fiorituren und Rouladen auf und ab, ruhte ſich dann in den getragenen empfindungsvollen, ſchmelzenden Tönen, um wieder ſich empor zu ſchwingen und zu wirbeln in den künſt⸗ lichſten gewagteſten Verzierungen der einfachen, lieb⸗ lichen Melodie.
Deliciös! Süperb! ſagte der König ganz laut, als die Farinella geendet, indem er ſich ein wenig zu Pöll⸗ nitz hinwandte.
Erhaben, Göttlich! rief Pöllnitz mit entzücktem Augenverdrehen, und da er einmal das Zeichen ge⸗ geben, wagte es der ganze Hof ſeinem Beiſpiel zu folgen, und leiſe, halb unterdrückte Ausrufe des Bei⸗ falls, der Bewunderung zu murmeln.
Anna Prickerin fühlte wie ſie erblaßte, wie ihre Füße unter ihr zitterten; ſie hätte dieſe italieniſche Sängerin mit ihren Händen erwürgen können, dieſe ſtolze Farinella, welche ihr jetzt einen ſo herausfor⸗ dernden, beleidigenden Blick hinüberwarf, als ob ſie ſie mit ihren Augen fragen wollte: wirſt Du es noch wagen zu ſingen, nachdem ich geſungen habe?
Aber Anna fühlte den ſtolzen Muth in ſich, es zu wagen. Sie ſagte zu ſich ſelber: ich werde ſie den⸗


