Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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Und heute ſtand dem König ein neuer Lebensgenuß bevor, denn heute ſollte er zum erſten Male die neuen italieniſchen Sänger hören, ſeine italieniſchen Sänger. Er hatte jetzt alſo nicht mehr nöthig, ſich wie bei der Begräbnißfeier ſeines Vaters italieniſche Sänger aus Dresden zu leihen. Er hatte ſeine eigenen Sänger.

Dieſes heutige Hofconcert verſprach daher dem Kö⸗ nig einen beſonderen Genuß, und mit der Ungeduld eines Jünglings harrte er dem Anfang des Concerts entgegen.

Endlich gab Graun der Kapelle das Zeichen die Introduction zu ſpielen. Der König war ſo geſpannt auf den nachfolgenden Geſang, daß er gar kein Ohr hatte für dieſe einfach ſchöne, gefühlvolle Muſik ſeines Hofcomponiſten, und daß ſogar Quanzens meiſterhaft

ausgeführtes Flötenſolo ihm nur ein lautes Bravo ent⸗ locken konnte. Endlich kamen die Sänger und Sän⸗ gerinnen und der Chor begann. 3

Das Herz des hinter dem König ſtehenden Ober⸗ Ceremonienmeiſter von Pöllnitz klopfte laut, als er hinüber ſchaute zu Anna, welche ernſt und ſtolz im herrlichſten modernſten franzöſiſchen Anzug unweit der Farinella ſtand, und ſo ruhig und unbefangen nach der Hofgeſellſchaft hinüber ſchaute, als ſei ihr das ein langgewohnter, gar nicht überraſchender Anblick.

Der Chor war zu Ende. Laura Farinella hatte die erſte Arie zu ſingen. Anna Prickerin hätte ſie mit ihren zornigen Blicken ermorden mögen für dieſe An⸗ maßung früher als ſie zu ſingen, die italieniſche Sän⸗ gerin, im vollen Gefühl ihrer Herrſcherwürde erwiderte

zweltauſend Thalern, nnd forderte außerdem für ſeine Hin⸗ und Rückreiſe noch die Summe von vierzehnhundert Thalern, welche der König indeß auf dreizehnhundert Thaler redueirte. 3

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