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wiſſermaßen anbetete, obwohl der ſechstägige Aufent⸗ halt Voltaire's in Rheinsberg, wohin derſelbe vor dem Marſche nach Breslau gekommen war, die Vergötterung des Königs für den franzöſiſchen Dichter ſehr gedämpft hatte. Der König, welcher nach ſeinem erſten Begegnen mit Voltaire auf Schloß Moyland von Voltaire ſagte: „Er iſt ſo beredt, als Cicero, ſo angenehm, als Pli⸗ nius und ſo weiſe wie Agrippa; mit einem Wort, er vereinigt in ſich alle Tugenden und alle Talente der b drei größten Männer des Alterthums*),“ der König nannte jetzt den Dichter der Henriade einen„Fou.“
Es empörte und betrübte ſein Gemüth zu ſehen, daß
dieſer große Dichtergeiſt im Grunde ein ſehr gemeines, ſchmutziges und kaltes Herz habe. Er, welcher Voltaire wahrhaft als Freund geliebt hatte, er mußte jetzt mit Schmerz erkennen, daß Voltaires Freundſchaft ein Beſitzthum ſei, welches man mit Geld und nicht mit Liebe bezahlen müſſe, wenn man es nicht verlieren wollte. Der König, welcher ihn vor wenigen Monaten noch mit Cäſar, Plinius und Agrippa verglichen hatte, der König ſagte jetzt zu Jordan:„Dein Geizhals Voltaire ſoll die Hefen ſeiner unerſättlichen Habgier trinken, und noch dreizehnhundert Thaler bekommen. Von den ſechs Tagen, die er ſich gezeigt hat, koſtet mich jeder fünfhundert und funfzig Thaler. Das nenne ich einen Fou theuer bezahlen; wohl niemals 3 hat ein Hofnarr bei irgend einem großen Herrn ſolche„ Bezahlung gehabt**).“
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*) Correspondance ayec Jordan.
**J) Der König hatte Voltaire das Manuſeript des Anti⸗Mac⸗ chiavelli geſchenkt, und dieſer hatte ſich von dem Verleger van Dü⸗ ren in Amſterdam eine bedeutende Summe dafür zahlen laſſen. Nichtsdeſtoweniger aber übergab er dem König füe die mit dem Druck des Manuſcripts gehabten Unkoſten eine Rechnung von


