Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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ſo ſehr und verfolgten den armen Baron auf allen ſeinen Wegen, drohten ſchon ſogar mit der Juſtiz und dem Kerker. Pöllnitz hatte es daher ſchon gewagt, den König daran zu erinnern, daß er ihm nach ſeiner Rück⸗ kehr aus Schleſien Hülfe verſprochen habe. Aber auch dies war vergeblich geweſen. Der König hatte ihm erwidert: ich habe nicht mein Schlachtfeld geſehen und ſtehe nicht am Ende, ſondern am Anfang eines Krieges, M zu dem ich mehr Geld gebrauchen werde, als in meinen Chatoullen vorhanden iſt. Warten Sie alſo, bis der Tag gekommen iſt, den ich Ihnen verheißen habe, denn alsdann erſt kann ich daran denken, mein Verſprechen zu erfüllen!

Es war alſo für Herrn von Pöllnitz eine Noth⸗ wendigkeit nach einem rettenden Faden zu ſuchen, der ihn aus dieſem Labyrinth ſeiner Schulden erlöſen 1 konnte, und mit ängſtlich klopfendem Herzen ſtand er daher am Abend des Concertes hinter dem Stuhl des Königs, um jede ſeiner Bewegungen, jedes ſeiner Worte zu belauſchen und den Eindruck zu erſpähen, den der Geſang der ſchönen Anna Prickerin auf das Ohr des Königs machen werde.—

Der König war heute ungewöhnlich heiter und auf⸗ geräumt. Er fühlte ſich ganz erquickt von dieſen ruhigen, geiſtig belebten Tagen, welche er jetzt nach Wochen unruhigen und wüſten Daſeins wieder in Berlin genießen konnte. Er hatte ſeine Bücher, ſeine Flöte mit einer wahren Wiederſehensfreude begrüßt und in ſeine Bibliothek eintretend, war es ihm geweſen, als kehre er eben heim in ſeine eigenſte Heimath. Mit

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einem köſtlichen Wonnegefühl hatte er das Schwert mit der Feder vertauſcht, und ſtatt der Schlachtpläne machte er jetzt Verſe, ſchrieb er begeiſterungsvolle Briefe 4 an Voltaire, den er noch immer verehrte und ge⸗

Friedrich der Große. III. 1

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