Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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hatte, und den bereit liegenden Helm ergreifend, eilte er raſch durch die Gemächer, über die Treppen hin⸗ unter in den Schloßhof.

Dort ſtand der König inmitten ſeiner Generäle und Offiziere. Aller Augen waren auf ihn gerichtet, jeder Gedanke, jeder Wille, jedes Wünſchen hatte ſich ihm untergeordnet, ſein Geiſt hatte den ihren gefangen genommen und bewältigt, und nur Ein Gedanke, nur Ein Wille lebte und herrſchte in ihnen Allen, der Ge⸗ danke und der Wille ihres Königs und ihres Herrn, deſſen Blick wie das Auge des Adlers über ihnen ſchwebte, und ſie Alle beherrſchte und bezauberte.

Groß und heldenkühn ſtand er da in ihrer Mitte, ſein ſchönes Antlitz leuchtend in einer wunderbaren Majeſtät und Begeiſterung, ſeine Augen ſtrahlend in einem Feuer und einer Gluth, welche ſich an ſeinen eigenen heldenkühnen und hochherzigen Gedanken ent⸗ zündet hatte, den feingeſchnittenen Mund umſpielt von jenem milden, zauberhaften, gütevollen Lächeln, das ihm ſtets alle Herzen gewann, und Jedermann zugleich erfreute und rührte. Hinter ihm ſtanden die Prinzen und Generäle, der Fürſt von Anhalt⸗Deſſau, der alte Ziethen, der General von Winterfeldt und die Adju⸗ tanten, und über ihnen allen ragten leuchtend und majeſtätiſch die, vom Glanz der zu beiden Seiten des Platzes in unüberſehbarer Reihe aufgeſtellten Fackeln hell beleuchteten neuen koſtbaren Fahnen empor, deren goldgeſtickte neue Inſchrift: pro Gloria et Patria ſternengleich aus dem Dunkel des Hintergrundes her⸗ vorblitzte*).

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*) Die frühere Inſchrift der preußiſchen Fahnen war: Pro Deo, Gloria et Patria. Friedrich der Große ließ aber neue Fahnen für ſeine Armee anfertigen mit dem ſchwarzen Adler,