Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 153—

Friedrich hob den Arm mit dem entblößten Schwert und grüßte dieſe flatternden Fahnen mit der goldglän⸗ zenden Inſchrift, dann begann er zu reden, und ſeine Stimme hallte wie Glockenklang ſo metallreich und voll⸗ tönend über den Platz dahin.

Meine Herren, ſagte der König, ich unternehme einen Krieg, worin ich keine andern Bundesgenoſſen habe, als Ihre Tapferkeit und Ihren guten Willen. Meine Sache it krecht, und meinen Beiſtand ſuche

ich bei dem Glück. Erinnern Sie ſich beſtändig des

Ruhmes, den Ihr Vorfahren auf den Schlachtfeldern bei Warſchau, bei Fehrbellin und bei dem Zuge nach Preußen ſiharze Ihr Schickſal iſt in Ihren eigenen Händen. Ehrenzeichen und Belohnungen warten nur darauf, durch glänzende Thaten von Ihnen ver⸗ dient zu werden. Aber ich habe nicht erſt nöthig, Sie

zur Ehre anzufeuern; nur ſie ſteht Ihnen vor Augen,

nur ſie iſt ein würdiger Gegenſtand für Ihre Be⸗ mühungen. Wir werden Truppen angreifen, die unter dem Prinzen Eugen den größten Ruf hatten. Zwar iſt dieſer Prinz nicht mehr; aber unſer Ruhm wird beim Siegen deſto größer ſein, da wir uns gegen brave Soldaten werden zu meſſen haben. Adien! Reiſen Sie ab. Ich werde Ihnen ohne Verzug zu dem Sammelplatz der Ehre folgen, die uns erwartet*)!

der in der einen Klaue den Degen, den Scepter in der andern hielt, und die Umſchrift trug:„Pro Gloria et Patria.“ Das frühere„Deo“ befahl der König fortzulaſſen, indem er ſagte, man müſſe den Namen Gottes nicht entweihen, indem man ihn mit weltlichen Dingen vermiſche.—

*) Rödenbeck Tagebüch I, pag. 28.