Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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Dich lieben, rein, groß und wünſchelos. Aber ich war

fern, ich konnte nur in meinen Gedanken zu ihm beten.

Aber ich beſchloß, daß ich eines Tages ihm nahe ſein wollte und ich, welche niemals hatte heirathen wollen, ich faßte in dieſem Moment den Entſchluß, mich zu vermählen,— aber nur an einen hoffähigen Cavalier. Und ich fragte meine Begleiter um die Namen der Cavaliere, welche hinter dem König und den Prinzen ſtanden. Die meiſten derſelben waren vermählt, aber Sie waren es nicht, und man ſagte mir, daß Sie ſehr viel Schulden beſäßen und ſehr wenig Mittel, dieſe Schulden zu tilgen. An dieſem Tage ſagte ich zu meinem Vater: ich will den Grafen Rhedern heivathen. Kaufe ihn mir, wie Du mir jüngſt dieſes wundervolle

goldene, mit Brillanten verzierte Nürnberger Spielzeug

gekauft haſt.

Wirklich, eine ſehr ſchmeichelhafte und ſinnige Art der Anſchauung, ſagte der Graf mit einem erzwungenen Lachen.

Caroline fuhr fort: mein Vater übergab das Ge⸗ ſchäft ſeinem Mäkler, der ſchon ſonſt für ihn in aller⸗ hand Artikeln Geſchäfte gemacht hatte, und ſich auch dies Mal als ein geſchickter Commiſſionair bewährte, denn Sie ſehen, er hat uns die Waare gekauft, nach welcher wir Verlangen trugen und das Geſchäft iſt abgeſchloſſen. Jetzt, Herr Graf, werden Sie begreifen, warum ich Ihnen die Bedingung ſtellte, mir den Zutritt bei Hofe und die Aufnahme als Gräfin zu verſchaffen, bevor ich mich entſchließen konnte, Ihre Gemahlin zu werden.

Ah, ich begreife vollkommen, ſagte der Graf mür⸗ riſch, Sie benutzen mich als Brücke, um aus dem Kaufladen in das Königsſchloß zu gelangen, ſo wie ich Sie benutze, um meine Schulden zu bezahlen und

ſein anſtändiges, eines Grafen würdiges Leben zu führen. 1.