Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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Flehen immer nur ein grauſames: Unmöglich! entgegen⸗ geſetzt.

Ich weiß aber, daß Herr Pricker, der Hofkleider⸗ macher der beiden Königinnen, mir nicht ſo antworten wird, ſagte Caroline Orguelin ſtolz, ſondern daß er mir die nöthigen Kleider machen wird, und müßte er dazu noch einige Gehülfen annehmen. 1

Fahren wir alſo zu Herrn Pricker, ſagte ihr Ver⸗ lobter lächelnd, fahren wir aber ſogleich, denn die Sache hat Eile, und Sie begreifen, daß ich troſtlos ſein würde, wenn wir vermählt wären und ich Sie nicht fofort und bei der erſten geeigneten Gelegenheit dem Hofe als meine Gemahlin präſentiren könnte.

a, die Sache hat Eile, wiederholte Caroline, indem ſie klingelte und das Anſpannen des Wagens befahl.

Als die beiden Verlobten ſich wenige Minuten

ſpäter allein im Wagen befanden, wandte ſich Caroline Orguelin mit einem ſpöttiſchen Lächeln an den Grafen Rhedern: die Trauung wird alſo übermorgen ſtattfinden? fragte ſie..

Ja wohl, meine theuerſte Caroline, übermorgen werde ich der gläcklichſte der Menſchen ſein.

Sie zuckte leicht die Achſeln. Ihre Gläubiger wurden alſo ſchon ſehr dringend, daß Sie plötzlich eine ſo glühende Sehnſucht nach meiner Mitgift be⸗ kamen?.

Meine Gläubiger? fragte der Graf erſtaunt. Ich verſtehe Sie nicht, theuerſte Caroline.—

Sie verſtehen mich ſehr wohl, ſagte ſie mit ſchnei⸗ dender Kälte, es iſt überhaupt Zeit, daß wir uns ein für alle Mal verſtändigen. Wiſſen Sie alſo, mein Herr, daß ich mich weder von Ihren zärtlichen Be⸗

theuerungen, noch von Ihrer, übrigens vollkommen