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Vermählung ſoll ſtill und geräuſchlos ſein, wie es ſich ziemt und wie es Mode iſt.
Herr Orguelin war, wie immer, einverſtanden mit dem Willen ſeiner Tochter, man kam überein die Trauung ſchon in den nächſten Tagen ganz in der Stille ſtatt⸗ finden zu laſſen und ſie ſpäter im Hauſe des Schwieger⸗ vaters durch ein luculliſches Feſt zu feiern.
Bei dem ich alsdann keinenfalls gegenwärtig ſein werde, dachte Graf Rhedern, indem er laut ſeine Zu⸗ ſtimmung äußerte.
Mamſell Orguelin ſollte alſo ihre ſtolzeſten Wünſche erfüllt ſehen, ſie ſollte feierlich bei Hofe eingeführt werden und bei dem glänzenden Maskenfeſte hatte die Königin⸗Mutter ſich bereit erklärt, ſie ſelber dem Könige vorzuſtellen.
Es fehlte nun nur noch Eins. Es fehlte nur noch eine glänzende Hoftoilette zu dieſem wichtigen Tage, und der Graf Rhedern verſicherte ſeufzend, daß es ſehr ſchwer werden würde, dieſelbe noch rechtzeitig zu erlangen, nicht wegen der zu der Robe erforder⸗ lichen goldbrokatenen Schleppe, ſondern wegen eines Saneidens der dieſelbe noch anzufertigen übernehmen önnte.
Peliſſier, der neue franzöſiſche Schneider, hat es mir abgeſchlagen, nur noch ein Mäntelchen für mich zu machen, ſagte der Graf Rhedern, und ſeine Damen, die jetzigen geſuchteſten Kleidermacherinnen, ſind ſchon ſeit acht Tagen taub für alle Bitten. Sie nehmen keine neuen Beſtellungen mehr an zu dem Maskenfeſt, denn ſie ſind überhäuft, die Gräfin Haake ging zur ſelben Zeit zur ſchönen Blanche, als ich zu ihrem Vater ging, und ich begegnete ihr nachher händeringend und in Thränen zerfließend auf der Treppe, denn die ſtol⸗
zen Kleidermacherinnen hatten ihren Bitten und ihrem


