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zen hätte und ein wenig Liebe nicht für den Fürſten, ſondern für den Menſchen in mir hegte? Ach, wollt Ihr denn Alle mich mißtrauiſch und kaltherzig machen, wollt Ihr denn Alle daran arbeiten, mein Herz zu Stein zu verhärten, und meine Seele dem Zutrauen und der Liebe zu verſchließen? Oh, ein Tag wird kommen, wo ſie mich kaltherzig und hart, mißtrauiſch und liebeleer nennen werden, und Niemand wird dann ſagen, daß Diejenigen, welche ich liebte und denen ich vertraute, mich ſo gemacht haben!
Erbarmen, Erbarmen, mein König, flehte Freders⸗ dorf, zu des Königs Füßen niederſinkend. Tödten Sie mich, zermalmen Sie mich mit Ihrem Zorn, nur ſein Sie nicht gütig, nicht liebevoll zu mir. Oh, Ew. Majeſtät wiſſen nicht, wie ich Sie liebe, wie mein ganzes Leben nur aufgeht in Ihnen, aber ich habe ein wildes und ehrgeiziges Herz, und in dem Durſt meines Ehrgeizes genügte es mir nicht, der Diener meines Königs zu ſein, ich wollte auch ein mächtiger, einflußreicher Herr ſein, ich wollte hoch ſteigen, um Diejenigen tief unter mir zu ſehen, welche jetzt glauben auf mich herabſehen, mich verachten zu dür⸗ fen, weil ich nur ein Kammerdiener und kein vor⸗ nehmer Herr bin. Das, mein König, iſt mein ganzes Verbrechen, das ganze reuevolle Bekenntniß meiner Schuld.
Ich weiß es, ſagte der König, Du wollteſt Deinen Herrn nicht verrathen, Du wollteſt nur der Herr Deines Herrn ſein. Du wollteſt durch mich regieren. Armer Fredersdorf, glaubſt Du denn, daß es ein ſolches Glück iſt, König zu ſein? Weißt Du denn nicht, daß dieſe Königskrone, welche Euch Allen ſo leuchtend er⸗ ſcheint, doch nur eine Dornenkrone iſt, welche man mit ein wenig Rauſchgold und Flitterwerk überhangen, und


