Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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verziert hat mit Brillanten, die freilich wie Sterne leuchten, aber doch nur Kieſelſteine ſind? Armer Fre⸗ dersdorf, Du biſt ehrgeizig. Nun, ich will dieſer Schwachheit zu Hülfe kommen, ſo viel ich kann, aber das gieb auf, meinen Willen beherrſchen und Einfluß üben zu wollen auf meine Beſchlüſſe.

Ein König iſt nur Gott verantwortlich, fuhr der König fort, und nur von Gott kann er daher Rath⸗ ſchlüſſe und Befehle empfangen, und nur ihm kann er

ſich unterordnen. Das iſt mein Glaube und meine

Religion. Ich bin der Diener Gottes, aber der Men⸗ ſchen Herr, und kein Menſch wird Gewalt über mich haben, ſondern nur Gott allein. Aber Du ſollſt mich dennoch lieben, Fredersdorf, und ich will Deinem Ehr⸗ geiz helfen. Ich will Dir einen Titel geben, Du ſollſt nicht mehr der Kammerdiener, ſondern der Geheime Kämmerer ſein, und damit Du nicht blos Diener ſeieſt, ſondern auch Herr, ſchenke ich Dir das Gut Czernikow bei Rheinsberg*). Da wirſt Du der Herr Deiner Bauern und Tagelöhner ſein und erfahren können, ob es ein dankbares Geſchäft iſt, zu regieren. Biſt Du nun zufrieden, armer Fredersdorf?

Fredersdorf vermochte nicht zu antworten. Er preßte ſeine Lippen auf die dargereichte Hand des Königs und weinte laut.

*) Rödenbeck. Tagebuch ꝛc. pag. 15