Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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Verzweiflung, ſagte Pöllnitz händeringend. Ew. Ma⸗ jeſtät verlangen, daß meine Zukunft rein ſei und ſchul⸗ denhell, während die Vergangenheit doch wie ein Alp auf ihr laſten und einen dunklen Schatten über ſie ausbreiten wird. Denn wie kann ich es vermeiden,„ neue Schulden zu machen, wenn ich nicht einmal Geld genug habe, die alten zu bezahlen? Wenn Ew. Ma⸗ jeſtät daher mir gnädigſt behülflich ſein wollen, ferner keine Schulden mehr zu machen, ſo müßten Sie die Gnade haben, meine jetzt beſtehenden Schulden, die leider, nur zum kleinſten Theil auf das Haus in der Jägerſtraße eingetragen waren, zu bezahlen.

Der König ging ſchweigend einige Male auf und ab, dann blieb er vor Pöllnitz ſtehen und ſagte mit einem feinen Lächeln: Er iſt ein ſo unverſchämter und närriſcher Menſch, daß man Ihn entweder fortjagen,. oder über Ihn lachen muß. Ich will mich aber nur erinnern, daß ſchon mein Vater und mein Großvater über Ihn gelacht haben und will vorläufig auch nur über Ihn lachen, wie ich über die närriſchen Capriolen des luſtigen Herrn Raths, meines Affen, lachen muß. Aber ſelbſt der Herr Rath hat geſtern Schläge bekom⸗ men und iſt geſtraft worden, weil er mit ſeinen Affen⸗ künſten gar zu übermüthig wurde. Merke Er ſich das, mein Herr Rath Pöllnitz. Seine Schulden will ich dies Mal noch bezahlen, aber wenn es Ihm einfallen ſollte, neue zu machen, ſo werde ich vergeſſen, daß 4 Er ſchon der Spaßmacher meines Großvaters und Vaters geweſen, und mich nur daran erinnern, daß ein ſo leichtſinniger Schuldenmacher nicht mein Kam⸗ merherr und Ober⸗Ceremonienmeiſter ſein kann. Ge⸗ denken Sie alſo daran, Herr Baron von Pöllnitz, und jetzt gehen Sie mit dem Finanzminiſter nach der Jäger⸗