Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

abe noch vergeſſen, daß ich Ihnen eine kleine Ueber⸗ raſchung zugedacht habe. Sie ſind, wie ich weiß, nicht reich, obwohl Sie Finanzminiſter ſind, und man hat mir geſagt, daß Sie nur beſchränkt und kaum Ihres Ranges würdig wohnen. Wir müſſen das ändern und ich weiß glücklicher Weiſe ein Haus, von dem mir ſogar der Baron von Pöllnitz geſagt hat, daß es anſtändig und eines Edelmannes würdig ſei. Ich ſchenke Ihnen dies Haus mit ſeinem ganzen In⸗ halt. Von dieſer Stunde an gehört es Ihnen, und Sie, Herr von Pöllnitz, werden jetzt mit Boden gehen, ihm ſein Haus zu zeigen, ihn in demſelben umherzu⸗ führen und ihm alle Vorzüge und Annehmlichkeiten deſſelben ſo auseinanderzuſetzen und zu rühmen, wie Sie es mir ſo oft gethan.

Herr von Pöllnitz ſtand bleich, zitternd und ganz verwirrt da. Ich weiß nicht, von welchem Hauſe Ew. Majeſtät ſprechen, ſtammelte er, und von welchem Hauſe ich geſagt haben kann, daß es des Finanzminiſters von Boden würdig ſei.

Nicht des Finanzminiſters, aber eines Edelmannes, und Boden iſt ein Edelmann nicht blos dem Namen, ſondern auch der Geſinnung und der That nach, er iſt es alſo ganz werth jenes Haus zu beſitzen, welches ich ihm hiermit ſchenke. Sie kennen es ſehr wohl, Pöllnitz, es iſt das Haus, welches mein Vater für Eckardt bauen ließ, das ſchöne Haus in der Jägerſtraße, Pöllnitz.

Das Haus in der Jägerſtraße, ſchrie Pöllnitz außer ſich, aller Haltung und Rückſicht vergeſſend, welche die Gegenwart des Königs ihm auferlegte. Nein, nein, Ew. Majeſtät belieben zu ſcherzen. Sie meinen nicht das Haus in der Jägerſtraße, dieſes Haus, welches—