Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

in lächelnder Sicherheit mit ſeinem Freunde Freders⸗ dorf draußen im Vorſaal und unterhielt ſich mit ihm von der herrlichen, freudvollen und goldſtrahlenden Zu⸗ kunft, und von den Feſten insbeſondere, welche er in ſeinem Hauſe in der Jägerſtraße geben werde.

Aber jetzt endlich öffnete ſich die Thür des König⸗ lichen Kabinets und der Finanzminiſter trat wieder in den Vorſaal. Pöllnitz und Fredersdorf ſtanden auf, aber nicht um ihn zu begrüßen, ſondern um mit einem kalten und geringſchätzenden Lächeln an ihm vorüberzugehen und ſich dem Kabinet des Königs zu nähern.

Plötzlich erſtarb das Lächeln auf Pöllnitz Lippen, ſein Auge ward ſtarr und er blieb mitten im Saal, gerade vor dem Miniſter ſtehen.

Was ſind das für Papiere, welche Sie da haben? fragte er athemlos, ſeine Hand haſtig ausſtreckend, als wolle er dieſe Papiere den Händen des Finanzminiſters entreißen.

Boden wehrte ihn mit verächtlichem Achſelzucken zurück. Es ſind Papiere, welche mir Se. Majeſtät übergeben haben, damit ich ihren Inhalt prüfen und ermeſſen ſoll, ob Vernunft darin, oder ob nur der Unverſtand und die Thorheit ſie beſchrieben haben.

Mein Herr! rief Pöllnitz außer ſich, dieſe Papiere — aber er verſtummte, denn eben öffnete ſich wieder die Thür des Kabinets und der König ſelber trat in den Vorſaal.

Sein Auge überflog wie ein flackernder Blitz die drei Herren; er ſchien in ihren Mienen die Gedanken ihrer Seele geleſen zu haben, denn er lächelte und warf einen ſpöttiſchen Blick auf Pöllnitz, welcher mit Mühe ſeinen Zorn hinunter würgte. 3 Noch Eins, Herr Miniſter, ſagte der König, ich