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In des Miniſters Augen ſtanden Thränen freudiger Rührung, edler Begeiſterung. Er neigte ſich über die dargereichte Königliche Hand und küßte ſie. Oh, ſagte er mit Innigkeit, wie gnädig iſt Gott meinem Vater⸗ lande geweſen, daß er ihm einen ſolchen Fürſten ge⸗ geben hat.
Sie wollen alſo nicht mehr Ihren Abſchied? fragte der König lächelnd, Sie ſind es zufrieden, mir noch länger zu dienen, vorausgeſetzt, daß ich meine Armee nicht verringere und meinen Unterthanen keine neuen Steuern auferlege?
Ich werde glücklich und ſtolz ſein, meinem Könige noch länger dienen zu dürfen, ſagte Boden tief gerührt.
Aber ich ſage Ihnen, es wird dies kein leichter Dienſt ſein und auch kein ſo bedeutſamer und wich⸗ tiger, wie die Herren Miniſter vielleicht gedacht haben. Ich werde alle meine Miniſter ſehr in Anſpruch neh⸗ men, ſehr viel Arbeit von ihnen verlangen, aber auch ich ſelbſt werde ſehr viel arbeiten, denn ein müßiger Fürſt, dünkt mich, iſt ein Geſchöpf, das der Welt ſehr wenig nützt. Ich will meinem Jahrhundert wenigſtens ſo viel dienen, als ich irgend kann*). Aber ich will es allein, unabhängig, ſelbſtſtändig thun. Meine Mi⸗ niſter werden daher nur die ausführenden Werkzeuge meines beſtimmenden und lenkenden Willens ſein. Sie werden ſehr viel Arbeit, aber wenig Einfluß haben, denn ich werde niemals einen Günſtling haben und niemals einem Willen folgen, außer dem meinen. Aber ich werde immer fordern, daß ſie mir ihrer Ueber⸗ zeugung gemäß auf meine Fragen antworten und daß
ſie mich darauf aufmerkſam machen, wenn ich aus
avec Voltaire.
*) Des Königs eigene Worte. Siehe: Correspondance


