Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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niemals verfehlte die Herzen Derer, die ihn hörten, zu treffen, und der jetzt Thränen der Rührung in des Miniſters Augen drängte. Sehr thöricht wäre es, fuhr der König fort, einem Miniſter ſeinen Abſchied zu geben, weil er gethan, was ich gefordert, weil er die Intereſſen meiner Unterthanen über meinen eigenen Willen geſtellt, weil er ſelbſt meinem Zorn getrotzt hat, um ſeinem Gewiſſen Genüge zu thun. Nein, Boden, ich bin nicht ein ſo großer Verſchwender, um einen ſolchen Schatz von mir werfen zu wollen. Aber damit Sie Ihren König auch recht erkennen, will ich Ihnen jetzt ein Geſtändniß machen. Man hatte Sie bei mir verleumdet und mich mißtrauiſch gegen Sie gemacht. Man ſchrieb es Ihnen wie Eckardt zur Laſt, daß das Volk hungerte, während der Staats⸗ ſchatz gefüllt war, man nannte Sie einen käuflichen Schmeichler, der unbedingt, um in ſeinem Amte zu bleiben, den Willen des Königs vollführte, wie unge⸗

recht dieſer immer ſein möchte. Ich wollte Sie alſo

prüfen, Sie auf die Probe ſtellen, um zu ſehen, ob man Recht gehabt, oder ob man Sie verleumdet habe. Ich behandelte Sie daher geringſchätzig, ich gab Ihnen Aufträge, deren Erfüllung Sie bedrücken mußte, ich belaſtete Ihre Kaſſen auf eine ungebührliche Weiſe. Ich wollte wiſſen, ob Sie nur mein gehorſamer Diener, oder ein redlicher Mann ſind. Nun, Sie haben mich lange auf dieſes Wiſſen warten laſſen und Ihre Langmuth und Geduld iſt groß geweſen. Heute

wagte ich den letzten Schritt und bei Gott, hätten Sie auch dies Mal meine ungerechten und unweiſen In ſtructionen vollführt, ſo würde ich Sie nicht allein

Ihres Amtes entſetzt, ſondern ich würde Sie ſtreng zur

Rechenſchaft gezogen haben, denn Sie wären dann ein

unredlicher Beamter geweſen, und um dem König

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