Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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ollen, bis er rufen würde, da er Wichtiges mit Ihnen zu reden habe.

Ohne Zweifel will er mir heut die Schenkungs⸗ acte meines Hauſes übergeben, ſagte Pöllnitz lächelnd. Warten wir alſo hier. Sehen Sie, dort in der letzten Fenſterniſche ſtehen ein Paar ſehr einladende Lehnſtühle. Exrgreifen wir Beſitz von ihnen.

Er nahm den Arm des Geheimen Kämmerers und ging mit ihm zu den bezeichneten Sitzen hin.

Endlich! hatte der König geſagt, als der Finanz⸗

miniſter von Boden ſeinen Abſchied forderte, dann nach

einer kleinen Pauſe fügte er hinzu: mir ſcheint, Sie haben ein wenig lange gezögert, Ihren Abſchied zu fordern.

Es iſt wahr, ſagte Boden traurig, ich hatte wohl ſchon Veranlaſſung dieſen Schritt früher zu thun. Aber ich hoffte immer noch, meinem König nützlich zu ſein. 3

Und dieſe Hoffnung ſoll Sie nicht betrogen haben, ſagte der König, auf Boden zuſchreitend und ihm die Hand auf die Schulter legend. Ich kann Ihnen den geforderten Abſchied nicht bewilligen.

Der Miniſter blickte erſtaunt zu dem König empor. Das Antlitz Friedrichs war jetzt von einer wunder⸗ baren Schönheit. Ein Ausdruck tiefer Rührung und ſanfter Güte ſprach aus ſeinen edlen Zügen, ſeine großen, lichtblauen Augen ſtrahlten in einem milden, wohlthuenden Glanz und ein ſanftes, gütevolles Lächeln umſpielte ſeine Lippen.

Wie? Ew. Majeſtät wollen mir meinen Abſchied nicht geben? fragte Boden.

Nein, denn es wäre ſehr thöricht, mich eines ſo edlen und treuen Dieners berauben zu wollen, ſagte der König mit dieſem milden und innigen Ton, der