Wenn es ſo iſt, Ew. Majeſtät, ſagte er mit zit⸗ ternder, tiefbewegter Stimme, dann iſt für mich die Stunde der Entſcheidung gekommen und ich weiß, was ich zu thun habe. Ich bin nicht mehr jung genug, Majeſtät, um die Laſten eines Portefeuilles zu ertragen; ich gehöre noch der alten ſteifen Zopfzeit an und meine Ideen ſind nicht die Ideen dieſer neuen, jungen Zeit. Ich bitte alſo Ew. Majeſtät in Demuth und Ergebenheit, mich aus meinem Dienſte zu entlaſſen. Hier ſind die Papiere, welche die Anweiſungen für den Schloßbau enthalten. Ew. Majeſtät wird leicht einen Andern finden, welcher Ihre Befehle vollführt. Ich bin dieſem Poſten eines Finanzminiſters nicht mehr gewachſen. Ich bitte alſo um meinen Abſchied, Majeſtät.
Endlich! rief der König mit ſtrahlenden Augen.
Endlich! wiederholte Pöllnitz. Ja, wahrhaftig, es hat lange gedauert, ehe dieſer zähe Menſch ſich dazu entſchließen konnte.
Nun, ſagte ich Ihnen nicht, daß der König durch⸗
aus eine Gelegenheit ſuchte, Boden los zu werden? fragte Fredersdorf triumphirend. Aber hören wir weiter.
Nicht doch, mein Freund. Wozu noch Weiteres hören. Boden hat ſeinen Abſchied gefordert und der König hat ihn angenommen, das wiſſen wir.
Ich geſtehe, daß mir der Rücken weh thut von dieſer ewig gekrümmten Stellung. Ich bedarf der Erholung und werde hingehen, eine Flaſche Cham⸗
pagner auf das Wohl des neuen Finanzminiſters zu
leeren.
Sie und ich hier im Vorſaal bleiben und warten
Nicht doch. Der König fragte nach Ihnen, als ich Boden zum zweiten Male meldete. Er befahl, daß


